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Politik

DGB fordert von Krankenkassen Programme für Arbeitslose

Freitag, 28. Mai 2010

Berlin – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Krankenkassen aufgefordert, spezielle Gesundheitsprogramme für Arbeitslose aufzulegen. „Wer arbeitslos ist, leidet überdurchschnittlich häufig an Krankheiten und findet noch schlechter einen Job“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem „Tagesspiegel“ vom Freitag. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden.

Laut dem Gesundheitsreport 2010 der Techniker Krankenkasse melden sich Arbeitslose besonders häufig krank. Immer häufiger gehen die Deutschen demnach wegen seelischer Probleme zum Arzt. TK-Chef Norbert Klusen hatte einen Zusammenhang zur Arbeitswelt hergestellt.   
 

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Buntenbach sagte, die Arbeitswelt müsse humaner werden. Dafür seien konkrete Programme zur Gesund­heits­förder­ung sowohl für Beschäftigte im Arbeitsprozess als auch für Arbeitslose nötig. Dass Arbeitslosigkeit psychisch krank mache, sei seit Jahrzehnten belegt. Trotzdem würden die Betroffenen stigmatisiert, beklagte Buntenbach.

© afp/aerzteblatt.de

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Avatar #102540
pega
am Samstag, 29. Mai 2010, 12:30

und welches Programm gibt es für Arbeitende ??

Der Bericht ist ja ganz nett, allerdings würde mich auch sehr interessieren, wie hoch der Anteil der Simulanten ist. Beispielsweise ist bei Arbeitsagenturen und Bildungsträgern auch bekannt, daß ein großer Anteil exakt immer dann krank ist, wenn eine Maßnahme beginnt, die die Arbeitsaufnahme unterstützen soll.

Es gibt Teilnehmer, die schicken über die gesamte Maßnahmedauer laufend AU Erst-Bescheinigungen von unzähligen Ärzten. Ich sehe das so, daß ich dem Arzt nur eine glaubwürdige Story erzählen muß, dann gibt es auch den gelben Schein.

An einigen Orten existieren sogar Listen mit Ärzten, die problemlos AU-Bescheinigungen ausstellen.

Zu einem gewissen Teil würde sich das Problem bereits dann lösen, wen Arbeitslose, die länger als 14 Tage krank sind, automatisch zum Amtsartzt müssten. Eigentlich müßten natürlich nicht die Arbeitslosen kopntrolliert werden, sondern die Ärzte müssten für Ihre Ignoranz bestraft werden.

Avatar #100868
Peanut71
am Freitag, 28. Mai 2010, 20:12

Die Angst vor Harz IV macht auch seelisch krank

Das ist doch logisch. Die Angst vor Harz IV, die kann auch seelisch krank machen. Erlebe ich selbst am eigenen Leib. Ich kann nur nicht arbeiten, weil ich meinen Mann pflege. Bekomme dadurch einen Teil Harz IV und bin in die Armut gerutscht. Mir geht es nicht darum 1x pro Jahr in Urlaub zu gehen, sondern mit Harz IV kann man sich überhaupt nichts mehr leisten, noch nicht einmal gesunde Nahrung. Wer wird da nicht seelisch krank??? Dazu die Sanktionen, die teilweise sehr unverschämt sind.

Ich konnte z.B. nicht zu einem Termin erscheinen, weil mein Mann per Rettungsdienst ins KH musste. ER ist Pflegestufe II und kann nichts alleine tun. Weil ich diesen Termin natürlich zu spät - 1 Std. nachdem er war abgesagt habe, mit der Begründung, dass mein Mann mit den RTW ins KH kam und gerade um Leben und Tod bangt, bekam ich gleich Geld gestrichen. Lt. Sachbearbeiterin hätte ich während das mein Mann operiert wird kommen können. Sicher - mein Mann bangt um Leben und Tod und ich gehe seelenruhig zum Amt. Tolle Sache - wer wird da nicht krank??? Ich schon!

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