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Parkinson: Beide Tiefenhirn­stimulationen gleichwertig

Donnerstag, 3. Juni 2010

Hines - Bei der Tiefenhirnstimulation werden die Elektroden in zwei verschiedene Zielorte im Gehirn platziert. Die motorischen Ergebnisse sind nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 2077-2091) bei beiden Operationsvarianten gleichwertig. In den Auswirkungen auf die nicht-motorischen Parkinson-Symptome könnte es leichte Unterschiede geben.

In der bisher größten Studie zur Tiefenhirnstimulation haben an 13 US-Zentren fast 300 Patienten einen sogenannten Hirnschrittmacher erhalten. Er besteht aus einem Impulsgeber, der zumeist im Brustbereich implantiert wird. Von dort zieht im subkutanen Fettgewebe eine Elektrode zum Schädel und durch eine kleine Trepanation in die Basalganglien.

Eine frühere Auswertung hatte bereits belegt, dass die elektrische Stimulation die motorischen Symptome besser lindert als eine medikamentöse Therapie (JAMA 2009; 301: 63-73). Die jetzige Publikation vergleicht die beiden Varianten der Operation. In einer werden die Elektroden in den Nucleus subthalamicus (STN) vorgeschoben, bei der anderen in den Globus pallidus internus (GPi). 

Wie die Gruppe um Frances Weaver vom Veterans Affairs Hospital Center in Hines im US-Bundesstaat Illinois berichtet, waren die beiden Verfahren hinsichtlich der motorischen Symptome gleichwertig. Es kam zu einer Verbesserung im Teil 3 der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale und in der Dauer der “On”-Phasen nach den Aufzeichnungen der Patienten. Diese gaben in sechs von acht Subskalen des Parkinson’s Disease Questionnaire-39 auch eine Verbesserung der Lebensqualität an. 
 

Ein positives Ergebnis war, dass sich auch einige nicht-motorische Symptome verbesserten, was nicht erwartet worden war. Auch hier gab es in den meisten Testergebnissen keine Unterschiede zwischen den beiden Operationsvarianten.

Eine Ausnahme bilden die nach STN-Implantation etwas schlechteren Ergebnisse in einem Test zur visuell-räumlichen Wahrnehmung. Nach nach STN-Implantation kam es außerdem zu einer leichten Verschlechterung der Depression. Hier hatte eine GPi-Implantation einen etwas günstigeren Einfluss.

Andererseits konnten die Patienten nach der STN-Implantation die L-Dopa-Dosis etwas stärker senken. Dies ist ein gewünschter Effekt, um Dyskinesien zu verhindern. Inwiefern diese Unterschiede künftig die Entscheidung zugunsten der einen oder anderen Operationsvariante beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. 

An der Wirksamkeit der Tiefenhirnstimulation selbst bestehen keine Zweifel mehr. Nach Auskunft des Herstellers wurden weltweit bereits 75.000 Patienten versorgt. Die Implantation ist indes nicht ohne Risiken. Bei jedem zweiten Teilnehmer der Studie kam es zu schweren Komplikationen, von denen sich allerdings fast alle Patienten wieder erholten.

 Die Studie verzeichnete 3 zerebrale und 3 intrakranielle Blutungen. Ein Patient starb an einer Hirnblutung. Bei weiteren 12 Todesfällen (darunter mehrere Suizide) scheint eher eine Beziehung zur Erkrankung und zum Alter der Patienten zu bestehen.

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© rme/aerzteblatt.de

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