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Vermischtes

Kinderhospizarbeit mit Verbesserungsbedarf

Donnerstag, 10. Juni 2010

Wuppertal – Das Angebot der Kinderhospizarbeit in Deutschland entspricht überwiegend den Bedürfnissen der schwerstkranken Kinder und ihrer Familien. Gleichzeitig gibt es Verbesserungsbedarf.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie zur Qualität der Kinderhospizarbeit, die der Deutscher Kinderhospizverein am Donnerstag in Wuppertal vorstellte. Die Pflege der lebensverkürzend erkrankten Kinder sei „empathisch, sensibel und bedürfnisorientiert“, so der Leiter der Studie, Sven Jennessen.

Allerdings ließen nach Ansicht der befragten Eltern die sonderpädagogisch und therapeutischen Angebote für die betreuten Kinder „zu wünschen übrig“. In Deutschland leben derzeit etwa 22.000 Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten. Pro Jahr sterben etwa 1.500.

Zwar könnten die Geschwister oftmals aus vielen kreativen Vorschlägen auswählen, hieß es. Für die Erkrankten aber gebe es häufig lediglich ein standardisiertes Angebot. Ursache dafür sei, dass es an sonderpädagogischer Kompetenz in den Einrichtungen mangele.

Als einen weiteren Kritikpunkt der Eltern nannte Jennessen fehlende Gesprächsmöglichkeiten sowohl in ambulanten wie auch stationären Hospizeinrichtungen über Sterben, Tod und Trauer. So hätten rund 28 Prozent der Eltern angegeben, am häufigsten mit anderen Müttern und Vätern über diese Themen zu sprechen, während die Mitarbeiter der Einrichtungen zwar eine offene, aber eher passive Haltung einnähmen.

Das Verhältnis zwischen Eltern und Mitarbeitern ist der Studie zufolge aber gut. Rund 95 Prozent der befragten Mütter und Väter wünschen auch nach dem Tod ihres Kindes den persönlichen Kontakt zu den Pflegern, Ärzten und Betreuern. Diese seien jedoch überwiegend Frauen.

Als dringend erforderlich bezeichnete es Jennessen, mehr professionelle und ehrenamtliche Männer für die Kinderhospizarbeit zu gewinnen. „Denn sie haben einen anderen Zugang zu den speziellen Interessen von männlichen Jugendlichen und sind die Voraussetzung für eine gendersensible Pflege.“

Die vorgestellte Studie wurde von einem Forscherteam der in Hildesheim, Holzminden und Göttingen ansässigen Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst unter Leitung von Jennessen erstellt. Befragt wurden über drei Jahre hinweg rund 600 betroffene Eltern, erkrankte Kinder sowie Mitarbeit der Hospizeinrichtungen.

Der Deutsche Kinderhospizverein wurde 1990 von betroffenen Familien gegründete. Durch die Betreuung in Kinderhospizen soll der viel zu frühe Tod der Kinder für diese wie für die Eltern und Geschwister erträglicher werden. Der Verein selbst betreibt bundesweit 16 ambulante Kinderhospizdienste. Darüber hinaus gibt es in Deutschland sechs stationäre Kinderhospize, drei weitere befinden sich im Aufbau. © kna/aerzteblatt.de

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