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Ärzteschaft

Apobank hat wieder die Gewinnzone erreicht

Sonntag, 20. Juni 2010

Düsseldorf - Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank), die 2009 erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust ausweisen musste, hat wieder die Gewinnzone erreicht und erwartet für das Jahr 2010 einen Jahresüberschuss.

Nach einem Jahr Pause soll dann wieder eine Dividende ausgeschüttet werden. „Aus heutiger Sicht liegt die schwierigste Phase hinter uns“, sagte der seit einem Jahr amtierende Sprecher des Vorstands, Herbert Pfennig, auf der Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Düsseldorf.

Pfennig teilte zugleich mit, dass auch in diesem Jahr wieder ungeplante Wertberichtungen auf Finanzinstrumente vorgenommen werden mussten.  Zusammen mit Abschreibungen im Kreditgeschäft und der Zuführung zu den Vorsorgereserven erreichten die saldierten Risikokosten von Januar bis Mai 110 Millionen Euro.

Das ist nach Pfennigs Worten ein deutlicher Rückgang gegenüber 2009, als im ganzen Jahr 588,4 Millionen Euro Risikovorsorge notwendig waren. Diese hohen Abschreibungen auf Wertpapieranlagen hatten der Bank trotz guter Erträge im operativen Geschäft einen Verlust von 283 Millionen Euro eingebracht hatten.

Die hohen Wertberichtigungen waren als Folge der Finanzkrise auf verbriefte Hypothekenkredite und verbriefte Unternehmensrisiken entstanden. Der Bestand an diesen „strukturierten Finanzprodukten“ wurde 2009 um 1,1 auf 4,5 Milliarden Euro abgebaut und soll bis 2014 auf 2,5 Milliarden Euro schrumpfen.

Pfennig bekräftigte, dass sich die Bank künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sich von ihrem Ausflug an den Kapitalmarkt verabschieden werde. Die Aufräumarbeiten des neuen Vorstands und sein Bemühen um Transparenz wurden in der Diskussion gelobt. Zugleich äußerten mehrere Mitglieder ihr Unverständnis, dass die Genossenschaftsbank derartige Risiken eingegangen sei. Andere fragten nach der Verantwortung früherer Vorstände.

Der Aufsichtsrat hatte eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, mögliche Verfehlungen von Vorständen beim Kauf von strukturierten Wertpapieren zu prüfen. Auf Empfehlung der Gutachter wird die Bank nun wegen eines Totalverlusts von 42 Millionen  Euro Klage gegen den Ende November 2009 ausgeschiedenen „Risikovorstand“ Günther Herion erheben, wie Apotheker Hermann S. Keller,  der Vorsitzende des Aufsichtsrats, mitteilte.

Die juristische Aufarbeitung der hohen Verluste aus den Wertpapieranlagen steht also noch bevor. Von der Ver­tre­ter­ver­samm­lung wurden nur die Vorstände, die 2009 ihr Amt angetreten haben, für das abgelaufene Geschäftsjahr entlastet. Die Entlastung der übrigen Vorstände, die bis auf Personalvorstand Werner Albert Schuster die Bank verlassen haben, wurde auf  die nächste Ver­tre­ter­ver­samm­lung vertagt. 
 

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Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis ermächtigte die Ver­tre­ter­ver­samm­lung den Vorstand, eine stille Beteiligung von 50 bis 200 Millionen Euro hereinzunehmen. Sie soll vor allem bei ärztlichen Versorgungswerken platziert werden.

© Stü/aerzteblatt.de

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