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Milliardenkosten durch Mangelernährung

Montag, 21. Juni 2010

Leipzig – In Deutschland entstehen durch Mangelernährung jährlich Kosten in Höhe von neun Milliarden Euro. Darauf verweist die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) anlässlich des Kongresses „Ernährung 2010“ Mitte Juni in Leipzig. Dabei stemmen die Krankhäuser mit rund fünf Milliarden Euro den weitaus größten Anteil dieser Kosten. Aber auch Pflege (2,6 Milliarden Euro) und ambulanter Bereich (1,3 Milliarden Euro) hätten mit dem Thema zu kämpfen.

Nach Angaben der Fachgesellschaft ist in deutschen Krankenhäusern fast jeder dritte bis vierte Patient mangelernährt. „Höheres Alter, Krebs- und Mehrfacherkrankungen sind die Hauptfaktoren für eine Mangelernährung“, erklärte Arved Weimann von der DGEM.

Sie führe zu einem längeren Kranken­haus­auf­enthalt und Genesungsverlauf sowie zu höheren Kosten. Besondere Risikogruppen für Mangelernährung seien geriatrische Patienten, Patienten mit bösartigen Tumoren und solche mit schweren chronischen Erkrankungen, insbesondere vor Organtransplantation.

„Mit jährlich rund neun Milliarden Euro zusätzlichen Kosten für das deutsche Gesundheitssystem sind die Aufwendungen bereits ohne Betrachtung indirekter volkswirtschaftlicher und privater Kosten beachtlich“, so Weimann.

Die Prognose für 2020 sei allerdings erschreckend, da die Kosten um fast 25 Prozent auf rund elf Milliarden Euro steigen könnten. Deshalb fordert die DGEM ein zielgerichtetes Ernährungsmanagement.

„Eine rechtzeitige und richtige Ernährungstherapie bietet ein hohes Einsparpotenzial für das Gesundheitswesen und kann in vielen Fällen auch für eine bessere Lebensqualität der Betroffenen sorgen“, sagte Weidmann. © hil/aerzteblatt.de

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