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Todesursache Tutanchamuns möglicherweise eine Sichelzellanämie

Mittwoch, 23. Juni 2010

Hamburg – Zweifel an einer kürzlich publizierten Untersuchung zur Todesursache des Pharao Tutanchamuns haben Mediziner des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) angemeldet. „Malaria in Kombination mit der Köhler-Krankheit als Grund für den frühen Tod Tutanchamuns erscheint uns eher unwahrscheinlich", hieß es aus dem BNI.

Eine entsprechende These hatte eine Gruppe um den Ägyptologen Zahi Hawass im Februar 2010 im „Journal of the American Medical Association“ (JAMA 2010; 303: 638 - 647) publiziert.

Die Hamburger Wissenschaftler vermuten vielmehr eine Erbkrankheit als eigentliche Todesursache: „Die Sichelzellkrankheit ist eine wichtige Differenzialdiagnose, die man mit dem vorhandenen DNA-Material vermutlich bestätigen oder ausschließen kann“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

In einem heute veröffentlichten Kommentar (JAMA 2010; 303:2473) schlagen die Forscher des BNI vor, den Pharao mit weiteren DNA-Tests zu untersuchen, um die Sichelzellkrankheit als Todesursache nachzuweisen oder auszuschließen. Den Forschern vom BNI war aufgefallen, dass sich die Daten, die Hawass und seine Kollegen veröffentlicht hatten, auch anders interpretieren lassen.

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Danach sind die radiologischen Ergebnisse der Gruppe um Hawass zwar mit der Köhlerschen Erkrankung vereinbar, doch seien diese Defekte ebenso für die Sichelzellkrankheit typisch. „Tropenmedizinern ist außerdem bekannt, dass in Malariagebieten Todesfälle aufgrund von Malaria meist im Kindesalter auftreten“, erklärten Christian Timmannn und Christian G. Meyer vom BNI. Tutanchamun sei jedoch erst im jungen Erwachsenenalter gestorben, womit eine tödlich verlaufende Malariainfektion wenig plausibel scheine.

© hil/aerzteblatt.de

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