NewsAuslandKinder sind die Verlierer der Wirtschaftskrise
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Kinder sind die Verlierer der Wirtschaftskrise

Donnerstag, 24. Juni 2010

Berlin – Kurz vor dem Beginn des Gipfels der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die Staats- und Regierungschefs aufgerufen, sich stärker um das Wohlergehen der ärmsten Kinder zu kümmern. Die weltweite Wirtschaftskrise habe Armut, Hunger und Krankheiten bei Kindern verschärft, teilte Unicef am Donnerstag bei der Vorstellung seines Jahresberichts 2010 in Berlin mit.

Alleine im laufenden Jahr werde die Zahl der Menschen in extremer Armut um rund 64 Millionen Menschen steigen. Tausende Kinderleben seien in Gefahr, wenn jetzt nicht gegengesteuert werde.  

Das Kinderhilfswerk forderte eine konsequentere Bekämpfung der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit, die Verbesserung der Schulbildung in Entwicklungs- und Schwellenländern und einen größeren Schutz der Kinder vor Ausbeutung. Angesichts der Wirtschaftskrise stünden für viele Kinder in ärmeren Ländern Überleben und Zukunftschancen auf dem Spiel.

Die Ernährungssituation für die ärmsten Familien hat sich laut Unicef dramatisch verschlechtert. So könnten in Südasien 33 Prozent der Menschen ihren täglichen Mindestbedarf an Kalorien nicht decken, fast jedes zweite Kind sei untergewichtig. Weiterhin hohe Lebensmittelpreise, sinkende Realeinkommen und steigende Arbeitslosigkeit würden jene Familien am härtesten treffen, die auch schon vor der Krise am Rande lebten.

Zugleich erwartete Unicef wegen der Sparanstrengungen vieler Regierungen stagnierende oder sogar sinkenden Budgets für die Entwicklungshilfe. „Wenn Milliarden verfügbar sind, um Banken zu retten, Unternehmen zu stabilisieren und Subventionen für technische Entwicklungen zu gewähren, dann darf die finanzielle Unterstützung für die ärmsten Kinder nicht verringert werden“, mahnte der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Jürgen Heraeus. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. September 2017
Seattle – Die Weltbevölkerung ist in der letzten Dekade insgesamt gesünder geworden, die Kindersterblichkeit ist weiter gesunken und die Lebenserwartung gestiegen. Doch Adipositas, Kriege,Terror und
Übergewicht, Gewalt und psychische Erkrankungen: „Triad of Trouble“ gefährdet globale Gesundheit
12. Mai 2017
London – Ergebnisse einer neuen Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine weisen darauf hin, dass Antifibrinolytika wie Tranexamsäure ernste postpartale Blutungen stoppen können. Die
Tranexamsäure als lebensrettende Maßnahme bei postpartalen Blutungen
20. Oktober 2016
Berlin – Experten haben verstärktes Engagement Deutschlands bei der Bekämpfung von Mütter- und Kindersterblichkeit gefordert, um die „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ (SDG) der Vereinten Nationen zu
Mehr Engagement gegen Müttersterblichkeit gefordert
13. November 2015
Genf – In diesem Jahr werden weltweit vermutlich etwas über 300.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt sterben. Die Müttersterblichkeit hat sich damit seit 1990 fast um die Hälfte
WHO: Müttersterblichkeit fast um die Hälfte gesunken
20. Oktober 2015
Mexiko-Stadt – Eine bessere Gesundheitsversorgung von Müttern und Babys lohnt sich nach Einschätzung von Melinda Gates auch ökonomisch. „Investitionen in die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen
Melinda Gates fordert bessere Gesundheitsversorgung von Müttern
18. August 2015
Hannover – Frauen in den ärmsten Ländern tragen ein 25 Mal so hohes Risiko, infolge von Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als solche in Industriestaaten. Das Sterberisiko von Säuglingen ist 13
Müttersterblichkeit in ärmsten Staaten um Vielfaches höher
5. Mai 2015
New York – Norwegen bietet Müttern die weltweit besten Lebensbedingungen, Somalia die schlechtesten: Das ist das Ergebnis der diesjährigen internationalen Vergleichsstudie, die die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER