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Medizin

Akupunktur hilft bei Herzinsuffizienz

Montag, 28. Juni 2010

Heidelberg – Akupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz verbessern. Die Akupunkturnadeln beeinflussen die Skelettmuskelarbeit positiv und erhöhen so die Lebensqualität der Patienten. Das ist das Ergebnis einer Studie einer Arbeitsgruppe um Johannes Backs von dem Universitätsklinikum Heidelberg.(Heart doi:10.1136/hrt.2009.187930).

Die chronische Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Europa. Die betroffenen Personen zeigen häufig Luftnot und eine schnelle Ermüdbarkeit bei körperlichen Belastungen.

Nicht nur die nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels ist für die Symptomatik verantwortlich. Auch das vegetative Nervensystem und verschiedene Neurotransmitter beeinflussen den Krankheitsverlauf. Akupunktur beeinflusst nach Angaben der Gruppe das Sympathikus-System, fördert den Parasympathikus und wirkt außerdem entzündungshemmend.

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie herzinsuffiziente Patienten, die medikamentös behandelt wurden und in einem stabilen Zustand waren. Sie teilten die Studienteilnehmer in zwei Gruppen ein, wobei die eine zehn Akupunktursitzungen erhielt, die Kontrollgruppe hingegen nur Placebo. Die Nadeln der Placebogruppe simulierten einen Nadelstich, durchdrangen die Haut aber nicht.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer der Akupunkturgruppe nach ihrer Therapie eine längere Wegstrecke zurücklegen konnten als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Sie erholten sich außerdem schneller und fühlten sich auch subjektiv weniger erschöpft.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Ergebnisse auf verringerte Konzentrationen des Tumor Nekrose Faktors alpha zurückzuführen sind. TNF alpha führe unter anderem zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft, so die Forscher. Bei der chronischen Herzinsuffizienz sei dieser Stoff erhöht und führe zur schnellen Ermüdung der Herzmuskulatur.

Die Studie zeigte, dass die Konzentration von TNF alpha bei der Akupunkturgruppe bereits nach der ersten Behandlung signifikant sank. Abschließend stelle sich die Frage, inwieweit die Akupunktur langfristig die Prognose bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz verbessere, so die Forscher.

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© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #87250
adonis
am Montag, 5. Juli 2010, 13:35

@doc. nemo

Also ich als begeisterter Akupunkteur betrachte die Studie sehr skeptisch. Zu kleine Zahlen. Ausserdem haben wir gute medikamtentöse Methoden. Die Patienten, die "ausgebrannt" sind, denen wird eine Akupunktur mit nichten helfen und v. a. besteht ehr die Gefahr des negativen Effektes.
Akupunktur ist gut beim richtigen Patienten und der richtigen Indikation. Ansonsten schadet das Ganze mehr als dass es bringt.
Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 5. Juli 2010, 11:47

Akupunktur hilft bei Herzinsuffizienz??

Ich habe leider keinen Zugriff zum vollständigen Text, aber zumindest der Abstract rät zur Vorsicht. Die Studie beinhaltete lediglich 17 (!) Patienten, die auch noch in zwei Gruppen aufgeteilt waren (mit oder ohne Crossover?). Da sind jegliche statistische Auswertungen mit höchster Vorsicht zu genießen. Von einem Beweis, dass Akupunktur bei Herzinsuffizienz hilft, sind die Forscher deshlab noch weit entfernt.
Avatar #90645
Oma Kasupke
am Montag, 5. Juli 2010, 05:43

full text

Vielleicht hilft da der full text der referierten Publikation weiter:

http://heart.bmj.com/content/early/2010/06/15/hrt.2009.187930.full
Avatar #103253
DDr. Thomas Ots
am Sonntag, 4. Juli 2010, 23:32

Akupunktur hilft bei Herzinsuffizienz – welche Akupunkturpunkte

Sehr geehrte Redaktion,

es wäre schön, wenn auch bei so kurzen Meldungen die Punkteprogramme der Verum- und der Placebo-Akupunktur angegeben würden. Erst dann ist diese Meldung für den Fachmann von richtigem Interesse. Es geht ja nicht mehr darum aufzuzeigen, dass Akupunktur wirkt, sondern welcher Ansatz innerhalb der Akupunktur.
Danke!
DDr. T. Ots
Chefredakteur, Deutsche Zeitschrift für Akupunktur
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