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Foodwatch beklagt irreführende Werbung für Vitaminzusätze

Donnerstag, 22. Juli 2010

Berlin – Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat irreführende Werbung mit Vitaminzusätzen in Lebensmitteln kritisiert. Ein Beispiel hierfür seien die Nimm2-Bonbons des Herstellers Storck, erklärte Foodwatch am Donnerstag in Berlin. Storck werbe mit „wertvollen Vitaminen“, die in Wahrheit völlig überflüssig seien. Storck wies die Vorwürfe zurück.

Foodwatch kritisierte, vor allem Hersteller von Süßwaren und Fertiggerichten priesen ihre Produkte häufig mit Vitaminzusätzen an, die aber in der Regel nicht nötig seien und vom menschlichen Körper „ganz einfach wieder ausgeschieden“ würden.

„Vitaminzusätze in Lebensmitteln sind meist nur ein plumper Verkaufstrick“, erklärte Foodwatch. Süßwarenhersteller wie Storck wollten damit vor allem bei Eltern den Eindruck erwecken, „sie könnten ihren Kindern etwas zu Naschen geben und gleichzeitig etwas Gutes tun“. Dabei litten Kinder in den allermeisten Fällen nicht an einem Vitaminmangel. Die Werbung mit Vitaminanreicherungen sei deswegen „ein perfider Verkaufstrick“, sagte Anne Markwardt von Foodwatch.

Daneben kritisierte Foodwatch bei Nimm2 auch Werbung mit dem Traubenzucker-Gehalt. Traubenzucker sei nicht besser als herkömmlicher Zucker, teilte die Verbraucherschutzorganisation mit. Zudem sei auch nur eine kleine Menge Traubenzucker enthalten, aber achtmal mehr herkömmlicher Zucker. Schließlich werbe Storck auch mit dem Fruchtsaftgehalt von Nimm2. Tatsächlich mache Fruchtsaftkonzentrat aber nur 1,3 Prozent des Produktes aus, erklärte Foodwatch.

Ein Sprecher von Storck erklärte, Verbraucher schätzten „das traditionsreiche Produkt seit vielen Jahren gerade wegen des Vitaminzusatzes“. Dieser Zusatz bringe zusätzlichen Nutzen. Die Firma weise auf die Vitamine ebenso wie auf den Traubenzucker- und den Fruchtsaftgehalt „zutreffend und transparent“ hin. Die Werbung sei nicht irreführend, alle Werbeaussagen seien zutreffend und klar. Die von Foodwatch formulierte Kritik sei nicht vereinbar mit dem Leitbild eines mündigen und ebenso verständigen Verbrauchers.

Foodwatch warf auch vielen anderen Herstellern Werbung für Naschwerk mit überflüssigen Vitaminzusätzen vor. Zugesetzte Vitamine hätten beispielsweise Frühstücksflocken von Kellog's, das Erfrischungsgetränk Capri-Sonne oder Kakao von Nestlé. Die Vitaminzusätze änderten „nichts daran, dass es sich bei den Produkten um Süßigkeiten handelt, die angesichts ihres Zuckeranteils nur in Maßen verzehrt werden sollten“, erklärte Foodwatch.

© afp/aerzteblatt.de

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