NewsVermischtesFoodwatch beklagt irreführende Werbung für Vitaminzusätze
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Foodwatch beklagt irreführende Werbung für Vitaminzusätze

Donnerstag, 22. Juli 2010

Berlin – Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat irreführende Werbung mit Vitaminzusätzen in Lebensmitteln kritisiert. Ein Beispiel hierfür seien die Nimm2-Bonbons des Herstellers Storck, erklärte Foodwatch am Donnerstag in Berlin. Storck werbe mit „wertvollen Vitaminen“, die in Wahrheit völlig überflüssig seien. Storck wies die Vorwürfe zurück.

Foodwatch kritisierte, vor allem Hersteller von Süßwaren und Fertiggerichten priesen ihre Produkte häufig mit Vitaminzusätzen an, die aber in der Regel nicht nötig seien und vom menschlichen Körper „ganz einfach wieder ausgeschieden“ würden.

„Vitaminzusätze in Lebensmitteln sind meist nur ein plumper Verkaufstrick“, erklärte Foodwatch. Süßwarenhersteller wie Storck wollten damit vor allem bei Eltern den Eindruck erwecken, „sie könnten ihren Kindern etwas zu Naschen geben und gleichzeitig etwas Gutes tun“. Dabei litten Kinder in den allermeisten Fällen nicht an einem Vitaminmangel. Die Werbung mit Vitaminanreicherungen sei deswegen „ein perfider Verkaufstrick“, sagte Anne Markwardt von Foodwatch.

Daneben kritisierte Foodwatch bei Nimm2 auch Werbung mit dem Traubenzucker-Gehalt. Traubenzucker sei nicht besser als herkömmlicher Zucker, teilte die Verbraucherschutzorganisation mit. Zudem sei auch nur eine kleine Menge Traubenzucker enthalten, aber achtmal mehr herkömmlicher Zucker. Schließlich werbe Storck auch mit dem Fruchtsaftgehalt von Nimm2. Tatsächlich mache Fruchtsaftkonzentrat aber nur 1,3 Prozent des Produktes aus, erklärte Foodwatch.

Ein Sprecher von Storck erklärte, Verbraucher schätzten „das traditionsreiche Produkt seit vielen Jahren gerade wegen des Vitaminzusatzes“. Dieser Zusatz bringe zusätzlichen Nutzen. Die Firma weise auf die Vitamine ebenso wie auf den Traubenzucker- und den Fruchtsaftgehalt „zutreffend und transparent“ hin. Die Werbung sei nicht irreführend, alle Werbeaussagen seien zutreffend und klar. Die von Foodwatch formulierte Kritik sei nicht vereinbar mit dem Leitbild eines mündigen und ebenso verständigen Verbrauchers.

Foodwatch warf auch vielen anderen Herstellern Werbung für Naschwerk mit überflüssigen Vitaminzusätzen vor. Zugesetzte Vitamine hätten beispielsweise Frühstücksflocken von Kellog's, das Erfrischungsgetränk Capri-Sonne oder Kakao von Nestlé. Die Vitaminzusätze änderten „nichts daran, dass es sich bei den Produkten um Süßigkeiten handelt, die angesichts ihres Zuckeranteils nur in Maßen verzehrt werden sollten“, erklärte Foodwatch.

© afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

8. September 2020
Pittsburgh – Der Ausgleich eines Vitamin D-Mangels hat in einer randomisierten klinischen Studie an asthmaerkrankten Kinder nicht vor weiteren Exazerbationen schützen können. Die im Amerikanischen
Vitamin D kann Asthmaanfälle bei Kindern nicht verhindern
28. August 2020
Seoul – Die tägliche Einnahme von Vitamin D und Kalziumkarbonat hat in einer randomisierten Studie die Zahl der Rezidive nach einer erfolgreichen Behandlung des benignen paroxysmalen
Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel: Vitamin D plus Kalzium senken Anfallsrate in Studie
6. August 2020
Boston – Obwohl mehrere Beobachtungsstudien auf ein erhöhtes Risiko von Depressionen bei Menschen mit Vitamin D-Mangel hingewiesen haben, blieb die Behandlung mit dem sogenannten Sonnenhormon in einer
Vitamin D kann Depressionen bei Erwachsenen in großer Studie nicht verhindern
24. Juli 2020
Boston – Eine wöchentliche Substitution hat in der Mongolei, einer Region mit einer verbreiteten Vitamin-D-Unterversorgung, bei Kindern den Mangel behoben. Die erhoffte präventive Wirkung auf eine
Vitamin D schützt nicht vor Tuberkulose und anderen schweren Atemwegsinfektionen
21. April 2020
Berlin − Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sowie Lebensmitteln mit Vitaminzusatz sollten aus Sicht der Bundesregierung EU-weit geregelt werden. Nationale
Klöckner für EU-weit einheitliche Vorgaben für Vitaminzusätze
5. März 2020
Chapel Hill/North Carolina. Die tägliche Einnahme von antioxidativen Multivitaminen hat in einer randomisierten Studie die Zeugungsfähigkeit von Männern mit Störungen der Spermienproduktion nicht
Vitamine bleiben bei männlicher Infertilität in Studie ohne Wirkung
27. Februar 2020
Kopenhagen – Dänische Kinder, deren Mütter im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie während der Schwangerschaft hochdosiert mit Vitamin D behandelt wurden, hatten im Alter von 3 und 6
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER