NewsÄrzteschaftKBV: Hausärzte besser honoriert als Fachärzte
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV: Hausärzte besser honoriert als Fachärzte

Donnerstag, 19. August 2010

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat der Darstellung widersprochen, wonach Hausärzte nach wie vor schlechter honoriert werden als Fachärzte und zudem in den letzten Jahren bei Honorarreformen benachteiligt wurden. „Man kann nicht behaupten, dass wir Hausärzte schlechter gestellt hätten als Fachärzte. Das trifft einfach nicht zu“, erklärte am Donnerstag Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV.

Den Daten der KBV zufolge hat ein Hausarzt im Jahr 2009 durchschnittlich etwas mehr als 200.100 Euro an Honorar erhalten (2008: 193.300 Euro). In dieser Gruppe erzielten die Allgemeinmediziner im Schnitt Honorareinnahmen von 192.500 Euro, die hausärztlich tätigen Internisten von 204.400 Euro und die Kinderärzte von 213.500 Euro. Details zur Honorarverteilung innerhalb der einzelnen Arztgruppen nannte die KBV nicht.

Das durchschnittliche Honorar lag bei der Gruppe der Fachärzte im Jahr 2009 jedoch niedriger als bei den Hausärzten, nämlich bei etwa 202.700 Euro (2008: 190.900 Euro). Am besten honoriert wurden danach fachärztlich tätige Internisten (450.700 Euro) sowie Radiologen (433.600 Euro), am schlechtesten Anästhesisten (173.300 Euro) und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (175.000 Euro). 
 

Auch beim Ertrag der Praxis stehen die Hausärzte nach den Berechnungen der KBV mittlerweile besser da als die Fachärzte. Dieser lag für den hausärztlichen Bereich im Jahr 2009 bei rund 105.000 Euro, für den fachärztlichen bei 95.000 Euro. 

Dass sich das von den Kassenärztlichen Vereinigungen überwiesene Honorar für den fachärztlichen Bereich im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich sieben Prozent erhöht hat, im hausärztlichen Bereich hingegen nur um drei Prozent, widerspricht der Kernaussage der KBV nach deren Darstellung nicht.

Schließlich müsse man bei diesen Daten berücksichtigen, dass die Hausärzte im vergangenen Jahr bereits separat Honorare aus den Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung nach § 73b SGB V erhalten hätten, erläuterte Köhler. Nach seinen Angaben betrug das Bereinigungsvolumen im Jahr 2009 in Baden-Württemberg knapp 85 Millionen Euro, in Bayern annähernd 267 Millionen Euro. Berechne man diese Einnahmen mit, verzeichne auch der hausärztliche Bereich im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr ein Honorarplus von sieben Prozent.

Nach Darstellung Köhlers haben die Hausärzte bereits 2008 von Reformen am Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) profitiert. In dem Jahr ergab sich – wegen der damaligen Budgetierung zunächst nur rechnerisch – ein Effekt von etwa 11,6 Prozent. So wurde seinerzeit die entsprechende Versichertenpauschale durch eine Anhebung der versorgungsbereichsspezifischen Bereitschaftspauschale um 85 Punkte aufgewertet.

Anzeige

© Rie/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #49137
dremz
am Freitag, 20. August 2010, 13:42

Alles Propaganda, lieber Herr Kollege Köhler

bei einem Jahreshonorar= Umsatz ! von 200. 000 Euro bleibt ein Rohertrag von 90. 000 Euro . Das sind die Fakten.
Dann haben wir eine Umsatzrendite von -5%, in Worten minus 5 Prozent.
Umsatzrendite in Prozent ist Gewinn geteilt durch Umsatz mal 100. Die gilt für Firmen wie AG, GmbH etc.
Bei Freiberuflern muss vom Gewinn noch das sogenannte kalkulatorische Unternehmergehalt abgezogen werden. Beim Kassenarzt soll es das Gehalt eines Oberarztes sein. Die GKV Kassen kalkulieren hier mit 100.000 Euro.
Ein Handelsunternehmen mit einer Umsatzrendite unter 5 % plus wird abgestoßen , bei 0% und darunter sofort dichtgemacht von seinen Aufsichtsorganen.
Warum finden wir keine Nachfolger mehr in unseren Praxen ?
Ich kann es Ihnen sagen nach vielen Gesprächen mit jungen Kollegen.
Diese rechnen heutzutage und wissen, dass die GKV Praxis Miese macht.
Es gibt im EBM keine einzige betriebswirtschaftlich seriös kalkulierte Leistung.
Die Berechnungen der KBV können sie in den Mülleimer werfen.
Wir Kassenärzte leben von unseren Privatpatienten und sonstigen Einnahmen.


Avatar #98372
Thelber
am Freitag, 20. August 2010, 10:55

Ich entnehme diesem Artikel insbesondere eine beschämende Inkompetenz ...

... bei einem Herrn, der uns Kassenärzte vertreten soll !!!

Lieber Herr Köhler:
- Honorar ist eben nicht mit zu versteuerndem Einkommen gleich zu setzen !!
- Wenn Sie schon solche Zahlen veröffentlichen, dann erwähnen Sie bitte auch die Kosten und das Risiko einer Niederlassung !!

Und im übrigen wundere ich mich angesichts solch "rosig anmutender Aussichten", dass es für die Praxistätigkeit beendende Kollegen immer schwieriger wird, Nachfolger zu finden - hier in Kreisstadtnähe in Süddeutschland haben in den vergangenen 18 Monaten mindestens 3 Hausarzt-Kolleg(inn)en die Praxistüren einfach hinter sich zu gemacht - mangels Nachfolger ...
Avatar #100202
Businesspaar
am Freitag, 20. August 2010, 10:51

Aufhören zu jammern, handeln!

Sie fallen auch immer wieder darauf rein. Es wird wieder und wieder "Futterneid" erzeugt, von Funktionären oder von Politikern, oder von den Medien. Und prompt prügeln alle aufeinander ein. Als Aussenstehender könnte man sich vor Lachen biegen. Wie soll denn DIE Lösung aussehen? Alle NGL erhalten gleichviel Honorar? Wie wäre es mit einem prozentualen Anteil aus den Beiträgen der GKV und PKV? Auch nicht? Zum Thema "Zu versteuerndes Einkommen"! Bringen Sie das bitte nicht ein. In Deutschland ist es nach wie vor möglich, sich regelrecht "arm zu rechnen". Also das ist kein vergleichender Maßstab. Machen Sie es doch viel cleverer. Investieren Sie doch wie die Banken, aber OHNE Bank. Dann machen Sie sich langfristig auch keine rauchenden Köpfe mehr ums Einkommen. Geht ganz einfach und tut auch nicht weh! Sie können uns ja mal fragen. Wünschen Ihnen allen maximale Erfolge bei Ihren Vorhaben :-)). Ein schönes sonniges Wochenende.
Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 20. August 2010, 10:48

Worüber reden wir denn?

Über Einkommen, Einkünfte, Honorare, Vergütungen Umsätze, Volumina? Vor oder nach Steuern, mit oder ohne Abschreibung? Solange jeder den steuertechnischen Begriff wählt, der seiner Botschaft am meisten Nachdruck verleihen kann, verliert sich die Diskussion in bodenlosem Geschwafel. Für den Arzt ist doch nur wichtig, was unter dem Strich des Steuerbescheides steht. Deshalb sollten wir nur über die EINKOMMEN sprechen, über das, was von dem ganzen eingegangenen Geld übrigbleibt, wenn sich Staat, Banken, Versicherungen, Anwälte, Behörden, Angestellte und weiß-ich-wer-noch-alles sattsam bedient haben.
Avatar #87250
adonis
am Freitag, 20. August 2010, 10:23

Na, es ist auch ein wenig Politik der Kassenärztlichen Vereinigung!!!

Man gebe einer Fachgruppe ein wenig mehr und schon zerfleischen sich die anderen. Aber wie gesagt. Ich zweifele an der Richtigkeit, da es um"HONORAR" geht und nicht um Einkommen. Und da wäre nach Definition der Betriebskostenanteil abzuziehen. Bei den sehr hohen Kosten von Radiologen dürften die dann gar nichts mehr verdienen.
Die Aussage: "Die Auswertungen der KBV zeigten deutlich, dass das Vergütungsvolumen der Hausärzte seit mehr als zehn Jahren kontinuierlich steige, betonte Köhler in der Welt" möge Herr Köhler belegen. Ich kann nur sagen, dass in den ersten 4 Jahren dieses Zeitraumes die Honorare der Allgemeinmediziner in Bayern gesunken sind. Wie sich die Honorare dann entwickelt haben, weiss ich natürlich nicht mehr. Aber eine entsprechende Publikation wäre doch sehr interessant.
Avatar #98415
willi.pet
am Freitag, 20. August 2010, 10:20

Allgemeinmediziner verdienen mehr als Fachärzte

Honorar je Arzt - welch ein Unsinn! Alle Mediziner reichen zur Erhebung ihrer Kammerbeiträge ihren Einkommens-Steuer-Bescheid ein, aus dem hervorgeht, welches zu versteuernde Einkommen aus ärztlicher Tätigkeit hervorgeht. Umsatz ist nicht Ertrag, ud dieser ist kein Brutto-Enkommen, von Netto ganz zu schweigen.

mfG willi.pet
Avatar #98355
promisit
am Freitag, 20. August 2010, 09:23

Sobald es um Geld geht...

Sobald es um Geld geht, werden Kommentare abgegeben. Ärzte sollten sich in erster Linie um ihre Patienten sorgen, nicht um das eigene materielle Wohl. Es ist noch kein Arzt in Deutschland verhungert, gleich welches Abrechnungssystem gerade en vogue war.
Avatar #104193
alpenjodel2010
am Donnerstag, 19. August 2010, 23:35

Indiskutable Recherchierungswerkzeuge

Passend zum Sommerloch hat sich die KBV passend zum allgemeinen Populismus um den immensen Aufschwung in Deutschland zu untermauern zu Wort gemeldet.
Es sollten eher die Steuerberater und die Bankvorstände nach der wirtschaftlichen Gesundheit der Kassenärzte gefragt und dort weiter eruiert werden.
Ich und viele anderen peripheren NGÄ finden derartige Publikation eine Verhöhnung unseres Berufsstandes oder dessen was davon übrig ist.
Aber Hauptsache online. Aber wie sagte schon Georg Bern. Shaw:
Ein ungeübtes Gehirn ist schädlicher für die Gesundheit als ein ungeübter Körper.
In diesem Sinne: in sane..... sollte man bei manchen Kollegen neu bedenken
Avatar #87250
adonis
am Donnerstag, 19. August 2010, 18:36

Honorar gleich Verdienst

Also Herr Köhler wie kommen Sie zu den Zahlen. Und wo sind den die traditionell gut verdienenden Niedergelassenen geblieben, wie Radiologen und Kardiologen. Ich möchte Ihnen ja nicht unbedingt bösen Willen unterstellen, aber wenn ich mich an meine vertragsarztzeit erinnere, dann gab es des öfteren Fehlberechnungen zu unsren Lasten.
LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2019
Berlin – Der Marburger Bund (MB) befürwortet eine Herausnahme der Personalkosten für den ärztlichen Dienst aus den Fallpauschalen – analog zur Herausnahme der Pflegepersonalkosten, die die
Marburger Bund plädiert für Herausnahme der Arztkosten aus Fallpauschalensystem
4. Oktober 2019
Gütersloh/Berlin – Für eine Neugestaltung der Finanzierung von gesetzlich und privat Versicherten plädiert die Bertelsmann-Stiftung im Rahmen einer von ihr in Auftrag gegebenen Studie. Autoren der
Neuer Vorstoß zum Angleich der Honorarsysteme für gesetzlich und privat Versicherte
10. September 2019
Hannover – Die Krankenkassen in Niedersachsen haben im ersten Quartal dieses Jahres 53 Millionen Euro für Leistungen psychologischer Psychotherapeuten ausgegeben. Das seien knapp 10 Millionen Euro
Ausgaben für Psychotherapie in Niedersachsen gestiegen
9. September 2019
Berlin – Deutschlands Krankenhäuser schlagen angesichts zunehmender Überlastung und personeller Engpässe Alarm. „Wir haben ernst zu nehmende systemische Probleme in unserem Krankenhauswesen“, warnte
Krankenhäuser warnen vor systemischen Problemen
29. August 2019
Berlin – Damit gesetzlich krankenversicherte Patienten schneller an Termine kommen können, greifen von Sonntag an mit dem umstrittenen Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) neue finanzielle
Ab Sonntag gilt das Terminservice- und Versorgungsgesetz
26. August 2019
Berlin – Der AOK-Bundesverband hat beklagt, dass auf die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in den kommenden Jahren zusätzlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe zurollen. „Die Preise steigen,
Krankenkassen klagen über steigende Kosten
26. August 2019
Berlin – Der NAV-Virchowbund hat ein gemischtes Fazit der Ergebnisse der Honorarverhandlungen für 2020 gezogen. „Trotz eines dürftigen Ergebnisses ist diese Einigung ein Beweis für die
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER