Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Koalition will „Pharmastandort attraktiv“ halten

Mittwoch, 8. September 2010

Berlin – Die schwarz-gelbe Koalition plant Korrekturen bei der vorgesehenen Nutzenbewertung neuer Arzneien, um den Herstellern entgegenzukommen. „Wir wollen, dass der Pharmastandort Deutschland attraktiv bleibt“, sagte der CSU-Gesundheitspolitiker Johannes Singhammer der Financial Times Deutschland vom Mittwoch.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium betonte aber, es bleibe dabei, dass das „Preismonopol der Pharmaindustrie bei innovativen Arzneimitteln” beseitigt werde.

Künftig sollen bei der Bewertung, ob neue Medikamente besser sind als ältere und deshalb teurer sein dürfen, unter anderem sogenannte weiche Kriterien eine größere Rolle spielen. Koalitionskreise bestätigten entsprechende Informationen der Zeitung. Zu den weichen Kriterien zählt die Patientenzufriedenheit – eine oft schwer messbare, manchmal schwankende Größe.

Die Kriterien für das Verfahren solle das Ge­sund­heits­mi­nis­terium per Rechtsverordnung festlegen, hieß es weiter. Eigentlich sollte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss – also Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser – dafür zuständig sein. Mit der Neuregelung hätte die Regierung mehr Kontrolle. Die Kriterien sind wichtig, denn der Zusatznutzen entscheidet künftig über die Preise, die Hersteller für ihre neuen Medikamente verlangen können.

Singhammer sagte der Zeitung: „Die Politik muss künftig den Daumen auf dem Verfahren haben.“ Ziel sei nicht nur Rechtssicherheit. Er sprach auch von einem Signal an die Pharmabranche.

Koalitionskreise bestätigten auch, dass eine Klausel vorgesehen sei, die die Konzerne von der Nutzenanalyse befreien würde. Dies würde für Arzneimittel „mit nur geringer wirtschaftlicher Bedeutung“ gelten. Die Einschätzung, wie stark sich ein Medikament verkauft, solle der Hersteller liefern.

Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn forderte, dass die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen sich an den Kosten beteiligen, die den gesetzlichen Kassen durch Preisverhandlungen entstehen. Denn die niedrigeren Preise sollen auch für Privatversicherer gelten. "Wer profitiert, soll auch zahlen", sagte Spahn der Rheinischen Post vom Mittwoch. Die Privaten sollten zehn Prozent der Kosten tragen, dies entspreche ihrem Marktanteil. © dapd/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

taktgenau
am Donnerstag, 9. September 2010, 09:40

Wahnsinn...

irgendwie habe ich das Gefühl, dass momentan nur noch Polititk für Konzerne anstatt für die Bürger gemacht wird.
Businesspaar
am Donnerstag, 9. September 2010, 07:14

Und wieder knicken Sie ein ...

... die gekauften Politiker ... erst die Atomlobby ... jetzt die Pharmalobby ... Frei nach Adenauer "Was interessiert mich, was in 30 Jahren ist, was zählt ist das Jetzt". Jetzt wollen Sie die Patienten entscheiden lassen, ob ein "Medikament" "gut" ist. Wohl wissend, wie die Patienten von ALLEN Profiteuren eingewickelt werden ... lächerlich!

Nachrichten zum Thema

15.09.17
AstraZeneca trennt sich von Narkosemitteln
London – Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca trennt sich komplett von seinen Narkosemitteln. Für einen Betrag von zunächst 555 Millionen Dollar (rund 467 Millionen Euro) werde der......
11.09.17
Neuer Chef für Generika-Hersteller Teva
Jerusalem – Der mit Problemen kämpfende weltgrößte Generika-Hersteller Teva hat nach langer Suche einen neuen Chef gefunden. Der Pharmamanager Kare Schultz soll das Unternehmen mit Hauptsitz in Israel......
07.09.17
US-Pharmakonzern Merck kauft Krebsspezialisten Rigontec
Planegg – Der US-Pharmakonzern Merck will mit der Übernahme der deutschen Biotech-Firma Rigontec sein Geschäft in der Krebstherapie voranbringen. Das US-Unternehmen zahlt über eine Tochterfirma vorab......
05.09.17
Merck prüft Geschäftsbereich rezeptfreie Arzneimittel
Darmstadt – Der Darmstädter Merck-Konzern stellt die Weichen für seine Pharmasparte neu. Weil das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien wie Nasenspray oder Multivitamintabletten offenbar nicht länger in......
28.08.17
US-Pharmakonzern Gilead schluckt Biotech-Unternehmen
Foster City/Santa Monica – Das US-Pharmaunternehmen Gilead übernimmt die Biotech-Firma Kite Pharma für 11,9 Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro) und will sich damit einen Platz im lukrativen......
25.08.17
EU-Kommission lässt Multiple-Skle­rose-Tablette zu
Darmstadt – Die EU-Kommission hat eine neue Tablette gegen Multiple Sklerose für den Vertrieb in Europa zugelassen. Das Mittel Cladribin sei das erste für oral verabreichte Behandlungen gegen......
07.08.17
Merck verlagert Teile der Buchhaltung ins Ausland
Darmstadt – Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck verlagert große Teile von Buchhaltung und Rechnungswesen ins kostengünstigere Ausland. 135 von derzeit 190 Stellen würden bis Ende 2020 von......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige