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Politik

Private Kran­ken­ver­siche­rung soll sich an Kosten für Nutzenbewertung beteiligen

Montag, 13. September 2010

Berlin – Die Private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) soll sich nach Plänen der Koalition an den Kosten für die Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln beteiligen. Darauf hätten sich Union und FDP heute geeinigt, hieß es aus Koalitionskreisen. Die Versicherer sollten etwa zehn Prozent der Aufwendungen übernehmen, die bei den Krankenkassen, beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss und beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) anfallen.

„Wer profitiert, soll auch zahlen“, hieß es in den Kreisen weiter. Denn nach Plänen der Koalition soll auch die PKV künftig Nutznießer der Sparbemühungen und Preisverhandlungen der gesetzlichen Kassen sein.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler hatte zuvor angekündigt, dass er auch bei Impfstoffen neue Kostenbremsen plant. „Die Preise für Impfstoffe liegen in Deutschland bis zu 30 Prozent über dem europäischen Niveau“, sagte der FDP-Politiker der Bild-Zeitung. „Das ist nicht einzusehen.“ Er werde nun einen europäischen Durchschnittspreis errechnen lassen, der die Preisgrundlage sein soll.

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„Wir wollen, dass die Krankenkassen im Jahr bis zu 300 Millionen Euro weniger für Impfstoffe ausgeben müssen“, sagte Rösler. „Diese enorme Entlastung kommt den Versicherten zugute.“

Rösler hatte sich vergangene Woche gegen Vorwürfe wehren müssen, dass er Vorschläge der Pharmaindustrie direkt in sein Arzneimittelspargesetz übernommen habe. Beobachter vermuten, dass er deshalb hartes Durchgreifen signalisieren möchte.

„Auch wenn die Pharmaindustrie, wie in vielen Regionen, ein wichtiger Wirtschaftszweig ist: Das Gesundheitssystem hat kein Geld zu verschenken“, sagte er. „Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Geld der Krankenversicherten effizient eingesetzt wird. Das ist der Maßstab, nach dem sich auch die Pharmaindustrie zu richten hat.“ © dapd/aerzteblatt.de

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Avatar #100202
Businesspaar
am Mittwoch, 15. September 2010, 07:37

Der Grund für höhere Pharmapreise in Deutschland?

...weil der deutsche "Depp" sich so ziemlich alles gefallen lässt, vergleichbar wohl mit dem bismarckschen`Kadavergehorsam. "Das ist eben so, was soll man denn machen"? Das kann man doch ohnehin nicht ändern, Die da oben ...
Also zahlt er. Und das wissen Politiker, und das weiß auch die Industrie. So einfach ist das. Und manche Niedergelassene verdienen ja auch nicht schlecht damit - Stichwort - "Anwendungsbeobachtungen". Z. B.
Avatar #104706
Mikkosch
am Dienstag, 14. September 2010, 14:58

Preisverhandlungen zu Gunsten der Mitglieder

Ich denke Herr Rösler sollte mal die Gesundheitsreform überdenken, die er auf den Weg bringt. Zum einen sollten preise immer zu Gunsten der Patienten ausgehandelt werden und nicht nur Impfstoffe und zum anderen sind andere Industrien auch von den Marktentwicklungen abhängig. Die können nicht einfach Preise diktieren. Das gesamte System benötigt eine Spezialkur, leider befindet sich das Sanatorium dafür noch im Bau, wie es scheint. Welchen Grund gibt es für die erheblich höheren Pharmapreise in Deutschland, die seit Jahrzehnten üblich sind?
Avatar #95633
taktgenau
am Dienstag, 14. September 2010, 13:05

@anabell

Weil es leckeres Fakalaki für eine große politische Mehrheit gibt, wenn es nicht getan wird! Genauso wie eine Kosten-Nutzen-Bewertung.

Wobei Fakalaki die wohl ehrlichste Art der Korruption ist. Hier in Deutschland ist man darüber hinaus. Hier nennt man es spenden und man kann es sogar ganz legal von der Steuer absetzten. Ausserdem geht es um Beträge, die das Fassungsvermögen von Briefumschlägen weit übersteigen.
Avatar #104501
anabell
am Dienstag, 14. September 2010, 09:10

Europäischer Durchschnittspreis für Impfstoffe

Warum lässt Herr Rösler nicht gleich für ALLE Medikamente europäische Durchschnittspreise ermitteln? Diese könnten dann die Basis für die Preisverhandlungen mit der Pharmaindustrie darstellen. Das Einsparvolumen wäre wesentlich größer als 300 Mio €.
Es ist nicht einzusehen, warum Arzneimittel in Deutschland teurer sind als im benachbarten Ausland, erst recht nicht dann, wenn die Versicherten Zusatzbeiträge zahlen sollen, um die Mehrkosten zu decken.
LNS

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