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Ausland

WHO besorgt über Müttersterblichkeit

Mittwoch, 15. September 2010

Genf – Die Sterblichkeit von Müttern weltweit ist nach Angaben der Vereinten Nationen trotz eines Rückgangs noch immer besorgniserregend  hoch. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei die Müttersterblichkeit um mehr als ein Drittel gesunken, erklärten das Kinderhilfswerk Unicef und die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) am Mittwoch in Genf gemeinsam mit der Weltbank.

Das Erreichen des UN-Millenniums-Entwicklungsziels, die Müttersterblichkeit bis 2015 um drei Viertel zu reduzieren, sei damit noch weit entfernt. „Keine Frau sollte wegen mangelndem Zugang zu Familienplanung, Gesundheitsversorgung und Geburtshilfe sterben“, forderte WHO-Chefin Margaret Chan.

Gleichwohl nannte es Chan „ermutigend“, dass die Müttersterblichkeit zurückgegangen ist. Starben 1990 noch 546.000 Frauen während der Schwangerschaft oder Geburt, waren es 2008 358.000 Frauen, wie es im Bericht „Trends bei der Müttersterblichkeit“ heißt.

Chan führte den Rückgang darauf zurück, dass mehr und besser ausgebildete Hebammen werdende Mütter unterstützen. Zudem sei die Gesundheitsversorgung Schwangerer verbessert worden.

Nahezu alle Fälle von Müttersterblichkeit – 99 Prozent – wurden in Entwicklungsländern verzeichnet. Subsahara-Afrika sowie Südasien sind mit 87 Prozent der weltweiten Fälle am stärksten betroffen.

In Asien wurden aber die größten Verbesserungen verzeichnet. Dort sei die Zahl der Todesfälle von Müttern zwischen 1990 und 2008 mehr als halbiert worden, heißt es in dem Bericht. „Müttersterblichkeit ist zugleich Folge und Ursache von Armut“, sagte der Weltbank-Vizepräsident für menschliche Entwicklung, Tamar Manuelyan Atinc.

Um die Müttersterblichkeit deutlich zu reduzieren, muss die Gesundheitsversorgung laut WHO, Unicef und Weltbank weiter in abgelegene ländliche Gebiete vordringen. Außerdem müsse die Versorgung von Frauen aus ethnischen Minderheiten verbessert werden, sowie die Versorgung von HIV-infizierten Frauen und von Frauen in Konfliktregionen.

Vom 21. bis 23. September findet in New York ein Gipfel zu den vor zehn Jahren verabschiedeten UN-Millenniumszielen statt. Im Jahr 2000 hatten die Staats- und Regierungschefs neben einer Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 einen Katalog mit acht konkreten Entwicklungsziel-Vorgaben für denselben Zeitraum vereinbart.

Zu ihnen zählen neben der Reduzierung der Müttersterblichkeit auch die Sicherung einer Grundschulausbildung für alle Kinder, mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, der Kampf gegen Aids, Malaria und andere Krankheiten, verbesserter Umweltschutz sowie eine verringerte Kindersterblichkeit.

© afp/aerzteblatt.de

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