NewsPolitikLauterbach rechnet mit höheren Arzneimittel-Preisen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Lauterbach rechnet mit höheren Arzneimittel-Preisen

Mittwoch, 15. September 2010

Dortmund/Leipzig – Der gesundheits­poli­tische Sprecher der SPD, Karl Lauter­bach, kritisiert die Pläne der Bundesre­gierung zur Arzneimittel­kostenbegrenzung. „Die schwarz-gelben Pläne führen zu weiter steigenden Kosten, ohne dass sich die Qualität verbessert“, sagte Lauterbach den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ vom Mittwoch. „Im günstigsten Fall würde der Preisanstieg in den nächsten Jahren etwas gebremst.“

Lauterbach forderte eine Kosten-Nutzen-Bewertung als Grundlage für die Preisfindung. Bei Arzneimitteln gebe es ein großes Sparpotenzial. „Von den 32,4 Milliarden Euro Arzneimittelausgaben im Jahr könnten bis zu zehn Milliarden Euro eingespart werden, ohne dass sich die Versorgung verschlechtert“, sagte er.

Lauterbach warf Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) vor, er habe sich in den Verhandlungen zum Arzneimittelsparpaket von der Pharmabranche austricksen lassen. „Rösler hat sich bei seinen Vorschlägen von der Pharmaindustrie beraten lassen“, sagte Lauterbach der „Leipziger Volkszeitung“ vom Mittwoch. Rösler fehle die nötige Skepsis gegenüber den Vorschlägen der Arzneimittelhersteller.

Der Minister sei bei seinen Sparbemühungen auf ganzer Linie gescheitert, weil die Preise auch in Zukunft von den Pharmafirmen festgelegt werden dürften, was es in kaum einem anderen europäischen Land gebe. „Deutschland kann und darf nicht mehr als europaweite Durchschnittspreise bezahlen“, forderte Lauterbach.

© dapd/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. September 2020
Berlin – Die Barmer hat gefordert, dass bestimmte neue Arzneimittel nur in Zentren verordnet werden dürfen. „Wir sollten uns als Gesellschaft fragen, ob wir ein neues Arzneimittel überall in der
Barmer plädiert für Verordnung bestimmter Arzneimittel nur in Zentren
17. September 2020
Hamburg – Die Kosten für neu zugelassene Arzneimittel haben sich in den letzten zehn Jahre nahezu vervierfacht. Lagen die durchschnittlichen Kosten für neu auf den Markt gekommene Medikamente im Jahr
Preise neuer Arzneimittel steigen auf Rekordniveau
15. September 2020
Berlin - Die Kosten für Arzneimittel, die neu auf den Markt kommen, steigen drastisch – bei oft nur mäßigem Innovationsgrad. So lautet das Fazit des diesjährigen Innovationsreports der Techniker
TK plädiert für neue Preisfindungsmodelle im Arzneimittelbereich
16. Juli 2020
Berlin – Die Kosten der patentgeschützten Arzneimittel haben im Jahr 2019 mit 21 Milliarden Euro erneut einen Höchststand erreicht. Damit entfiel nahezu die Hälfte der Arzneimittelkosten der
Patentarzneimittel: WIdO kritisiert hohe Gewinnspannen der Pharmaunternehmen
15. Juli 2020
Brüssel – Der Krebsmedikamente-Hersteller Aspen hat unter Druck der europäischen Wettbewerbshüter angeboten, die Preise für sechs wichtige Arzneien deutlich zu senken. Das Angebot sehe einen
Wichtige Krebsmedikamente sollen günstiger werden
30. Juni 2020
Foster City/Kalifornien – Der Hersteller Gilead hat den Preis für Remdesivir bekannt gegeben. Das erste Virustatikum, für das in klinischen Studien eine – wenn auch begrenzte – Wirksamkeit gezeigt
Hersteller nennt Preise für Remdesivir in den USA
17. Februar 2020
Berlin – Mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) haben heute weitere Ärzte auf das Vorgehen von Avexis (Novartis) im Rahmen eines globalen
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER