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Adipositas kostet die USA Milliarden

Mittwoch, 15. September 2010

Washington – Die Ausbreitung von Übergewicht in den USA verursacht einer Studie zufolge jährliche Folgekosten von mehr als 200 Milliarden Dollar (155 Milliarden Euro). Die Summe setzt sich aus Ausgaben für die medizinische Behandlung sowie aus volkswirtschaftlichen Folgekosten etwa für Krankmeldungen, verminderte Produktivität und frühzeitiges Ableben zusammen, heißt es in der Studie von Forschern des Washingtoner Brookings-Instituts, die am Dienstag im US-Fachmagazin „Diabetes, Metabolic Syndrome and Obesity“ (2010; 3: 285-295) veröffentlicht wurde.
 

Die Studienautoren Ross Hammond und Ruth Levine beziffern die zusätzlichen ärztlichen Behandlungskosten für übergewichtige Erwachsene in den USA auf jährlich 147 Milliarden Dollar. Die Mehrausgaben für übergewichtige Kinder liegen demnach bei 14,3 Milliarden Dollar.

Die volkswirtschaftlichen Folgekosten belaufen sich der Studie zufolge auf etwa 66 Milliarden Dollar. Rund zwei Drittel der erwachsenen US-Bürger gelten als übergewichtig, ein Drittel leidet unter krankhaftem Übergewicht.

„Die medizinischen Kosten haben im Laufe des vergangenen Jahrzehnts dramatisch zugenommen“, schreiben die Autoren. „Mit der weiteren Zunahme des Anteils der Übergewichtigen werden sie künftig weiter wachsen, vielleicht sogar beträchtlich.“ Anders als bei vergleichbaren Studien zu den Kosten von Übergewicht berechneten die Brookings-Forscher bei den volkswirtschaftlichen Kosten auch Posten wie etwa den höheren Benzinverbrauch bei steigendem Gewicht und den daraus resultierenden Schadstoffausstoß mit ein.

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© afp/aerzteblatt.de

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Avatar #88217
Dieter
am Dienstag, 21. September 2010, 13:55

Willkommen als Schlusslicht!

Na denn, bei diesen Zahlen, steht die USA ja noch glatt besser da als das Pisa- und Igluland Deutschland? Vor Jahren hat eine damalige Bundesministerin die stattliche Summe von 77 Milliarden Euro fehlernährungsbedingte Schäden im Jahr verkündet. Quelle war, glaube ich, eine britische Studie. Rechnet man die Bevölkerungszahl gegen, ist der Fehlernährungseuropameister Deutschland wohl auch Weltmeister. Dies passt zu den stetig fallenden Ausgaben für Ernährung: Waren es in 2009 noch irgendwo bei 8%, gehen die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel in manchem Segment um bis zu zweistellige Prozentpunkte in kurzer Zeit runter. Rechnet man die Kurve aus dem letzten Jahr hoch, dürfte Deutschland bei 7,X%, Tendenz weiter fallend, liegen, während in den USA immerhin zuletzt die 8% Hürde gerissen wurde. Die dürften so bei 8,2+X liegen. In Ammiland tut sich (sicher eher regional und küstennah) durchaus etwas. Deutschland ist und bleibt aber das europ. Land der Marshmallows. Kochshows gucken, Zutaten sehen, die es kaum noch in Deutschland gibt, ne Tüte Chips auf dem Bauch ist ja auch viel angenehmer als anständig einzukaufen und zeitaufwendig zu kochen. Die Lebensmittelmaffia wird reich, die kleinen Bauern mit deren lokaler Qualität sind schon vor Jahrzehnten verschwunden. Und die intellektuellen Besseresser kaufen bekanntlich in Bioläden. Da riecht es in deutschen Landen nicht mal nach Essen, da läuft einem nie das Wasser im Mund zusammen. Aber geschluckt wird der ganze Plunder offenbar doch. Die Verpackungen sind immer so schön und manches Fertiggericht hat was von vorgekaut und vorverdaut.
Avatar #100202
Businesspaar
am Donnerstag, 16. September 2010, 10:18

Yes, you must!

Einfach den ganzen ernährungsphysiologischen Müll verbieten und zurück zu gesunder und ausgewogener Ernährung, täglich Sportunterricht in Bildungseinrichtungen, am Arbeitplatz (wo es wirklich Sinn macht) Bewegungsmöglichkeiten zulassen, Internet und TV, Alkohol und Tabak, Treibstoff drastisch, wirklich spürbar verteuern. Dann wird die Nation schlanker. Einfacher geht es natürlich mit Medikamenten oder OP`s. Jedenfalls für die, die es sich leisten können :-))
LNS

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