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Ärzteschaft

Ärzte pochen auf Werbeverbot für verschreibungs­pflichtige Arzneimittel

Donnerstag, 16. September 2010

Brüssel – Patienten müssen unabhängige Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Verfügung stehen. Das forderten heute Frank Ulrich Montgomery, Vize-Präsident der Bundes­ärzte­kammer, und Anja Weisgerber, gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.

„Eine umfassende und objektive Arzneimittelinformation kann nur durch eine staatliche Regulierung auf nationaler und europäischer Ebene garantiert werden“, betonte Montgomery. Auch die CSU-Politikerin stellte fest: „Wir wollen keine Werbung über verschreibungspflichtige Arzneimittel – das strenge Werbeverbot muss auch weiterhin bestehen bleiben.“

Hintergrund ist der von der Kommission vorgelegte Vorschlag für eine sogenannte bessere Patienteninformation, über den der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments Ende September abstimmen wird.
 

Kritiker befürchten, dass der Gesetzentwurf der Industrie Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel erlauben könnte. „Wir wollen aber nicht, dass Patienten ständig auf der Hut vor offener und versteckter Werbung sein müssen“, so Montgomery.

Vor diesem Hintergrund plädierten Montgomery und Weisgerber dafür, Patienten neutrale und unabhängige Informationsquellen bereitzustellen. Kernstück sollen nach dem Wunsch der Europaabgeordneten nationale Gesundheitsportale im Internet sein.

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© hil/aerzteblatt.de

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