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Ärzteschaft

Kammer Westfalen-Lippe warnt vor Aufsplitterung ärztlicher Kompetenz

Donnerstag, 23. September 2010

Münster – Der Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) lehnt in einem einstimmigen Beschluss die Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten und Entscheidungen auf Nicht-Mediziner ab.

„Es gibt den unverrückbaren Grundsatz der Einheitlichkeit des Arztberufes in Diagnostik und Therapie“, unterstrich Kammerpräsident Theodor Windhorst. Jeder Patient habe das Recht auf eine medizinische Versorgung mit dem Niveau des Facharztstandards. Deshalb müsse die Ausübung der Heilkunde am Menschen, also Diagnostik und Therapie, alleinige Aufgabe des Arztes bleiben.

Windhorst verwies in diesem Zusammenhang auf Bestrebungen der Bundesregierung, Pflegekräfte zu Arzt- und chirurgischen Assistenten zu qualifizieren und auf der Grundlage des Entwurfs einer Heilkundeübertragungs-Richtlinie ärztliche Aufgaben an Pflegekräfte zu übertragen.

Die ÄKWL lehne solche Vorschläge einhellig und mit allem Nachdruck ab. „Neue Zwischenebenen in der Versorgung führen nicht zu einer Verbesserung, sondern vielmehr zu einer Verschlechterung der Krankenversorgung“, warnte der Kammerchef.

Ärztliche Tätigkeiten dürften sich aus wirtschaftlichen Gründen auf dafür nicht ausgebildete Personen verschoben werden. „Wir haben Sorge um die Integrität unseres ärztlichen Berufsstandes und befürchten eine Verschlechterung der Patientenversorgung“, so Windhorst. © hil/aerzteblatt.de

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