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Vermischtes

Stellungnahme der Arzneimittel­kommission zu Kalziumsupplementen

Montag, 27. September 2010

Berlin – Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) hat die Ergebnisse einer Metaanalyse zum Effekt von Kalziumsupplementen auf das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen aufgrund „methodischer Mängel“ hinterfragt.

„Aus unserer Sicht ergibt sich kein Anlass, die aktuellen Empfehlungen zur Prävention und Behandlung der Osteoporose infrage zu stellen“, so die AkdÄ. Die im British Medical Journal veröffentlichte Analyse war zu dem Ergebnis gekommen, dass das Risiko eines Myokardinfarktes bei Patienten, die Kalziumsupplemente einnehmen, um rund 30 Prozent steigt (BMJ 2010; 341: 3691).

Die ÄKdÄ kritisiert in einer umfassenden Stellungnahme zu der Metaanalyse unter anderem, dass diese nicht wie im Abstract angegeben auf 15, sondern maximal auf elf Studien basiere. „Es werden zwar 15 Studien identifiziert, die die Einschlusskriterien erfüllen, für vier dieser Studien sind aber keine Information zu kardiovaskulären Outcomes vorhanden“, so die Kommission.
 

Zudem sei in fünf der elf verbleibenden Studien weder in der Kalzium- noch in der Placebogruppe ein Myokardinfarkt aufgetreten. „So konnten die Autoren die Analyse für den Endpunkt Myokardinfarkt nur anhand von sechs Studien durchführen“, verweist die AKdÄ.  

Sie empfiehlt deshalb auch weiterhin, bei Patienten zunächst das Frakturrisiko sowie die Kalziumaufnahme über die Nahrung und die Versorgung mit Vitamin D einzuschätzen, um zu entscheiden, ob ein Nutzen durch Supplemente zu erwarten ist.

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© hil/aerzteblatt.de

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