Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

G-BA pocht auf Wissen­schaft­lich­keit bei der Arznei­mittel­bewertung

Montag, 27. September 2010

Berlin –Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat davor gewarnt, die bisherige Vor­gehens­weise zur frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln zu ändern. Die Regierungs­koalition will durch eine Überarbeitung des Arzneimittel­markt­neuordnungsgesetz (AMNOG) erreichen, dass zukünftig nicht mehr der G-BA, sondern eine Rechtsverordnung des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) den Nutzen neuer Arzneimittel feststellt.

„Die angestrebte Regelung der Nutzenbewertung durch eine Rechtsverordnung führt weder zur Schnelligkeit noch zur Rechtsklarheit“, betonte G-BA-Vorsitzender Rainer Hess angesichts entsprechender von der Koalition eingebrachter Änderungsanträge. Hess verwies darauf, dass der G-BA und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) „bestens darauf vorbereitet seien, die vorgesehene frühe Nutzenbewertung neu zugelassener Arzneimittel durchzuführen“.

Er kritisierte, die von der Koalition geplante dreigeteilte Verantwortung zwischen Parlament, Verordnungsgeber und Selbstverwaltung trage den „Keim permanenter Auseinandersetzungen“ in sich. „Sie liegt auch nicht – wie von der Regierung behauptet – im Interesse der Patienten, sondern gefährdet im Gegenteil deren berechtigten Anspruch, eine transparent bewertete Arzneimitteltherapie zu erhalten“, so Hess.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigte für die Position des G-BA kein Verständnis. „Der G-BA will die frühe Nutzenbewertung nicht nur durchführen, sondern deren Regeln auch selbst festlegen“, erklärte BPI-Vorsitzender Bernd Wegener.

Er verwies darauf, dass Patienten im G-BA kein Stimmrecht hätten. „Genau deshalb müssen die Regeln durch die von der Bevölkerung gewählte Regierung festgelegt werden und nicht durch die Vertreter von Vertragsärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern, deren Sicht auf das Gesundheitswesen von jeweils eigenen Interessen geprägt ist“, so Wegener. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.05.17
Fersenschmerz: Extrakorporale Stoßwellentherapie besser als Ultraschall und Iontophorese
Eine Reizung und Entzündung der Sehnenplatte in der Fußsohle kann zu Gewebsveränderungen und damit zu Fersenschmerzen führen. / SENTELLO, stock.adobe.com Köln – Im November 2016 hatte das Institut für......
26.05.17
Freiburg – In der Diskussion um die Neubesetzung der Führungsspitze des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) hat sich jetzt auch die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK) für ärztlichen Sachverstand......
25.05.17
Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Ärztetag mahnt ärztlichen Sachverstand an Spitze an
Freiburg –Angesichts einer Debatte um die Neubesetzung der drei Unparteiischen Mitglieder im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) hat der Deutsche Ärztetag gefordert, den ärztlichen Sachverstand in dem......
25.05.17
AWMF stellt frühe Nutzenbewertung infrage
Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat dafür plädiert, die Methodik der frühen Nutzenbewertung zu überarbeiten. Obgleich das Verfahren......
24.05.17
Gemeinsamer Bundes­aus­schuss zieht bis Ende 2018 um
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) wird bis Ende 2018 in ein neues Gebäude im Berliner Tiergarten ziehen. Künftig wird das höchste Gremium der Selbstverwaltung in Büroräumen an der......
23.05.17
Wiesbaden – Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hat die öffentliche Diskussion um die Nachfolge der beiden unparteiischen Mitglieder im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) kritisiert. Allein......
19.05.17
Personal im G-BA: Lindemann und Deh vom Tisch?
Berlin – In der Personaldebatte um die Nachfolge der beiden Unparteiischen Mitglieder im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) soll sich jetzt auch die Gesundheitspolitik auf Bundesebene eingeschaltet......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige