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Medizin

Migräne: Gendefekt erklärt Pathogenese

Montag, 27. September 2010

Oxford – Ein Gendefekt, der in einem Stammbaum regelmäßig zu einer schweren Migräne mit Aura führt, erlaubt neue Einblicke in die Pathogenese der Erkrankung, wie britische und kanadische Forscher in Nature Medicine (2010; doi:10.1038/nm.2216) berichten.

Störungen im Kaliumkanal TRESK werden seit einiger Zeit mit einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit in Verbindung gebracht. Die Gruppe um Zameel Carder vom Functional Genomics Unit an der Universität Oxford hat deshalb gezielt nach Mutationen in dem Gen KCNK18 gesucht, das die Erbinformation für TRESK enthält.

In einem Stammbaum stießen sie auf einen Defekt, der zu einer Verschiebung des Leserasters führt, was in aller Regel die Bildung eines defekten Proteins zur Folge hat. Alle Mitglieder des Stammbaums mit diesem Gendefekt litten an einer schweren Migräne mit Aura, berichtet Carder.
 

Auch die Verbreitung des Kaliumkanals TRESK im Gehirn, er ist beispielsweise im Ganglion trigeminale vorhanden, spreche für eine Rolle bei der Kopfschmerzerkrankung, berichten die Autoren. Sie vermuten, dass der Defekt die Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen erhöht. Die Forscher glauben, dass sie einen Ansatzpunkt für die Entwicklung von neuen Medikamenten gefunden haben.

Derartige Wirkstoffe müssten allerdings die Funktionsfähigkeit eines defekten Membrankanals wieder herstellen, was schwierig zu bewerkstelligen sein dürfte. Einfacher ist die Entwicklung von Medikamenten die Membrankanäle blockieren.

© rme/aerzteblatt.de

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