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Medizin

Adipositas: Schlafmangel gefährdet Diäterfolg

Dienstag, 5. Oktober 2010

Chicago – Genügend Schlaf könnte ein Geheimrezept für eine erfolgreiche Diät sein. In einer randomisierten Studie in den Annals of Internal Medicine (2010; 153: 435-441) behinderte Schlafmangel den Abbau von Fettgewebe. Außerdem waren die Probanden, vermutlich infolge eines Anstieg des Fetthormons Ghrelin, hungriger.

Zehn übergewichtige Personen (BMI 27,4) mittleren Alters (41 Jahre) verbrachten vier Wochen im Schlaflabor der Universität Chicago. Sie unterzogen sich dort nicht nur einer streng überwachten Diät. Auch die Schlafzeiten wurden festgelegt. Zwei Wochen sollten sie 8,5 Stunden im Bett verbringen, in den anderen zwei Wochen mussten sie es bereits nach 5,5 Stunden verlassen.

Der Schlafentzug blieb nicht ohne Wirkung auf die Diät. Obwohl sie während der gesamten Zeit die gleiche Menge Kalorien erhielten (1450 kcal/die) und auch die gleiche Menge an Gewicht abnahmen (etwa 3 kg in jeder der beiden Phase), verhindert der Schlafentzug den gewünschten Abbau von Fettgewebe. Es ging nur um 0,6 kg zurück.
 

Der Rest der Gewichtsabnahme entfiel auf fettfreies Gewebe. Die zwei Wochen mit ausgiebigem Schlaf hatten die gegenteilige Wirkung: Die Probanden verloren in dieser Zeit 1,4 kg an Fett (also mehr als doppelt so viel wie unter dem Schlafmangel), während der Verlust an fettfreiem Gewebe auf 1,5 kg beschränkt war.

Die Erklärung ist nach Ansicht des Endokrinologen Plamen Penev in dem Fetthormon Ghrelin zu suchen, dessen Konzentration durch den Schlafmangel von 75 auf 84 ng/l gesteigert wurde. Ghrelin war nicht nur nur für den stärkeren Hunger verantwortlich – dem die Probanden außerhalb der kontrollierten Umgebung der Studie vermutlich nachgegeben hätten, während sie ihn in der Klinik ertragen mussten.

Ghrelin vermindert auch die Oxidation von Fettsäuren und es erhöht die Glukoneogenese in der Leber. Die Botschaft ist deshalb für Penev klar: Für Diäten sollten sich Übergewichtige Zeit lassen, die sie am besten schlafend im Bett verbringen.

© rme/aerzteblatt.de

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