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Medizin

ADHS oft Vorläufer einer Depression

Dienstag, 5. Oktober 2010

Chicago – Kinder mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden als Jugendliche häufiger an Depressionen. Auch Suizidversuche wurden in einer Langzeitstudie in den Archives of General Psychiatry (2010; 67: 1052-1059) beobachtet.

Die Gruppe um Benjamin Lahey von der Universität Chicago beschreibt eine Gruppe von 125 Kindern, bei denen die ADHS im Alter von vier bis sechs Jahren, also schon im Vorschulalter gestellt wurde. Fast jeder zweite Patient erlitt bis zum Erwachsenenalter wenigstens eine depressive Episode. Bei 23 ADHS-Kindern (18,4 Prozent) stellten die Psychiater die Diagnose einer Depression (zwei oder mehr Episoden), etwa zehnmal häufiger als in einer Vergleichsgruppe gleichaltriger Kinder ohne AHDS.

Erhöht war auch die Rate von Suizidgedanken (fünffach) und Suizidversuchen (doppelt). Für insgesamt 23 Kinder wurde ein Suizidversuch dokumentiert, der aber in keinem Fall zum Tode führte. Obwohl Mädchen seltener an einem ADHS erkranken, war bei ihnen das Risiko auf eine Depression oder Selbstmordversuche höher als bei Jungen, berichtet Lahey, der allerdings davor warnt, die Gefahr überzubewerten: Etwa 80 Prozent der ADHS-Kinder seien nicht als selbstmordgefährdet einzustufen.

© rme/aerzteblatt.de

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