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Medizin

MRT-Kontrastmittel im Berliner Trinkwasser

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Bremen - Das Element Gadolinium, Bestandteil von Kontrastmitteln in der Kernspintomographie (MRI), gelangt trotz Klärung der Abwässer ins Grundwasser. In Berlin ist vor allem das Trinkwasser im Innenstadtbereich belastet, wie Forscher aus Bremen herausfanden.

In der Natur tritt das Element Gadolinium (Gd) nur in sehr niedrigen Konzentrationen auf. Die Belastung des Grundwassers, die das Team um Michael Bau von der Jacobs University in Bremen nachgewiesen hat, geht deshalb vor allem auf den medizinischen Betrieb zurück.

Hier wird Gadolinium wegen seiner paramagnetischen Eigenschaften als Kontrastmittel eingesetzt. Die Patienten scheiden Gadolinium nach der Untersuchung über den Urin aus. Über die Abwässer und die Klärwerke gelangt es in die Flüsse und schließlich ins Grundwasser.

Der Weg ist in Berlin kürzer als andernorts, da die Stadt sein Trinkwasser aus 800 Tiefbrunnen bezieht, die vor allem in Westberlin wegen der früheren Insellage alle im Stadtbereich lokalisiert sind.

Es überrascht deshalb nicht, dass die Belastung neben Berlin Mitte und Reichstag vor allem im Westen erhöht war. Die höchsten Gadoliniumkonzentrationen wurden am Zoologischen Garten und Kurfürstendamm gemessen.

Aber auch in Wedding, Tegel und Wittenau, Schönberg und Neukölln war das Trinkwasser überdurchschnittlich belastet. In Ostberlin dagegen war –außerhalb des Bezirks Mitte – die Gadoliniumkonzentration nirgends erhöht.

Die Konzentrationen waren insgesamt so gering, dass nach Ansicht der Autoren keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Für Bau ist in Gadolinium in erster Linie ein Marker für eine vermehrte Belastung mit anderen Medikamentenrückständen, die ebenfalls nicht aus den Abwässern geklärt würden. 

Der nächste Schritt könnte darin bestehen gezielt nach Medikamenten zu suchen, die in minimaler Konzentration schädlich sein können. Als bedenklich gelten vor allem weibliche Geschlechtshormone aus oralen Kontrazeptiva und Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehmmer. Für Hormone sind Auswirkungen auf die Geschlechtsentwicklung von Fischen nachgewiesen. Effekte auf Menschen, etwa als Ursache für Infertilitäten, sind nicht belegt. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 7. Oktober 2010, 07:59

Die logische Folge?

Berliner Bürger brauchen bei ihrer nächsten Kerspinnuntersuchung kein Kontrastmittel mehr. Kosteneinsparung im Gesundheitswesen. Sehr beruhigend.

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