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Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer warnt vor Verwässerung der GOÄ

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Berlin – Vor einer Öffnungsklausel in den Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) haben die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) gewarnt. „Die Öffnungsklausel fördert weder echten Wettbewerb, noch hilft sie den Patienten oder reduziert Kosten, sondern gefährdet ernsthaft die medizinische Versorgung in Deutschland“, heißt es in einer Informationsschrift der beiden Kammern.

Hintergrund sind Bemühungen der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV), Separatvereinbarungen zwischen Privatversicherern und Ärzten sowie Zahnärzten zu ermöglichen. Die Kassen könnten die Ärzte mit ihrer Einkaufsmacht dann unter Druck setzen und niedrigere Preise aushandeln.

Die Qualität der Behandlung und die flächendeckende Versorgung wären laut BÄK und BZÄK durch ruinösen Preiswettbewerb zwischen den Ärzten und immensem Kostendruck gefährdet. Kleine Zahnarzt- und Arztpraxen außerhalb der Ballungsräume hätten es immer schwerer, wirtschaftlich zu überleben. Dies berge die Gefahr, dass mittelfristig ganze Landstriche ohne ärztliche Versorgung auskommen müssten.

Dagegen sicherten die Amtlichen Gebührenordnungen die ordnungsgemäße Erfüllung der dem Arzt und dem Zahnarzt übertragenen Aufgaben. „Öffnungsklauseln, die es PKV-Unternehmen erlauben würden, die Gebührenordnung zu umgehen, wären ein riskanter Schnellschuss“, warnten daher BÄK und BZÄK. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #95633
taktgenau
am Freitag, 8. Oktober 2010, 10:54

Da fürchtet jemand wohl Machtverlust

Dieses Geschrei ist so lächerlich wie FDP wählen um den freien Markt verhindern zu wollen.
Medizinische Leistungen werden niemals billig verramscht werden. Wenn die GoÄ geöffnet wird, wird dies niemals zu Einzelverträge zwischen Ärzten und PKV führen, so dass dieses beschriebene Preisdumping eintritt. So ein Aufwand nimmt weder eine PKV noch ein Arzt auf sich.
So wie ich aber einige pfiffige Ärztenetzwerkler kenne, werden die sich ruck-zuck nette Preismodelle ausdenken und sich dabei auf keinen Fall von einer PKV übers Ohr hauen lassen.
Avatar #87250
adonis
am Freitag, 8. Oktober 2010, 09:41

Oder Warnung vor der Prostitution

Das ist doch die Frage. Andere Berufsgruppen wie Handwerker schaffen realistische Preise auf die Beine zu stellen und es gibt Wettbewerb. Das Handwerk hat seit hunderten Jahren überlebt. Dies traut man studierten Ärzten nicht zu. Warum? Klar weil sich einige Kollegen prostituieren. ABer das ist falsch, denn eine Prostituierte hat einen Preis, den einige Kollegen nicht haben. Sie verhalten sich unkollegial und meinen mit vorübergehend niedrigen Preisen den Kollegen am Ort verdrängen zu können.
Wer behauptet überhaupt, dass die Preise nach unten gehen müssen? Das machen sie sowieso. Denn die nächste GOÄ wird kommen. Und die wird sich wohl dem EBM weiter annähern.
Und Kollegen aus ländlichen Gebieten, die hier wiedermal hinhalten müssen: Die haben kaum Einnahmen aus der Privaten Krankenkasse. Die haben ihre Pflichtversicherten. Aber klar Kollegen in den Grossstädten, die dürfen um ihre Einnahmen fürchten, denn dort sitzt Geld und der Beamtenstaat. Wann hören die Standesvertretungen denn endlich auf zu lügen?
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