Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Sterbehilfe: Einfallstor Quebec

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Quebec – Derzeit laufen in Quebec wieder Anhörungen des Komitees „Dying With Dignity“ für einen neuen Vorstoß zur Legalisierung der Euthanasie. Die Befürworter der Euthanasie in Kanada „kommen und gehen wie die Gezeiten“ beschreibt Margaret Sommerville, Gründungsdirektorin des Zentrums für Medizin, Ethik und Recht an der McGill-Universität in Montreal, ihre Beobachtungen.

Internationale Protagonisten, erklärt sie, sähen gerade in der östlichen Provinz Quebec einen Brückenkopf, um ihr Engagement für eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe nach Kanada und von dort nach ganz Nordamerika zu tragen.

Erst Anfang des Jahres war der „Bloc Quebecois“ mit einer vergleichbaren Initiative gescheitert. Nach jeder Niederlage, erläutert Sommerville, formieren sich dort die gut organisierten Verfechter der Sterbehilfe neu. Aber auch die Kritiker werden dadurch motiviert. Kanadas größte Provinz erscheine als geeignetes „Aufmarschgebiet“: Knapp 80 Prozent der 7,6 Millionen Quebecer bejahten die Euthanasie.

Noch lehne die Bevölkerung in Kanadas übrigen Provinzen die aktive Sterbehilfe mehrheitlich ab; ein Pro-Euthanasie-Gesetz in Quebec könnte jedoch zu einem Dominoeffekt führen, warnt die „Euthanasia Prevention Coalition“.

Gegen Euthanasie und begleiteten Suizid macht auch die neue Bewegung „Living With Dignity“ mobil. Sie wehrt sich dagegen, Sterbehilfe vom „kriminellen Akt“ zur „medizinischen Behandlung“ umzudefinieren.

Die Kritiker fordern mehr Aufklärung: Die Bevölkerung Quebecs habe weithin nur ein unzureichendes Wissen über die Unterschiede zwischen aktiver Sterbehilfe und Sterbebegleitung, von Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen und Palliativmedizin. Sie warnen vor dem gezielten Töten eines Menschen und möglichem Missbrauch der Euthanasie. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.05.17
Staatliche Suizidbeihilfe: BfArM und BMG prüfen Urteilsbegründung des Bundesverwaltungs­gerichts
Leipzig – Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Anfang März entschieden (Az.: BVerwG 3 C 19.15), dass der Staat Patienten in extremen Ausnahmefällen den Zugang zu einem tödlichen Medikament......
15.05.17
Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird sich bald mit Anträgen sterbewilliger Patienten befassen müssen, die von der Behörde die Abgabe tödlicher Medikamente......
03.05.17
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat mehr Kreativität gefordert, um Lücken bei der medizinischen Versorgung auf dem Land zu schließen. „Wir brauchen......
13.04.17
Den Haag – Mehr als 6.000 Menschen sind in den Niederlanden 2016 durch aktive Sterbehilfe gestorben. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht der zuständigen......
12.04.17
London – Ein Gericht in Großbritannien hat gegen den Willen der Eltern einen Behandlungsstopp für ein todkrankes Baby angeordnet. Das Gericht folgte damit gestern einem Antrag der Ärzte des......
07.04.17
Berlin – Einen Monat nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Suizidbeihilfe wartet einem Medienbericht zufolge bereits ein Dutzend Schwerkranker auf Abgabe eines tödlichen Medikaments durch......
31.03.17
London – Englands High Court hat gestern das Gesuch eines todkranken Briten abgelehnt, der vor dem Hohen Gericht in London eine Gesetzesänderung bei der Sterbehilfe erstreiten wollte. Das Parlament......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige