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Medizin

Fisch-Öl möglicherweise doch schädlich für die Gesundheit

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Lansing – Der Konsum von Fisch-Öl erhöht bei Mäusen das Risiko für Darmkrebs. Das fanden Wissenschaftler der Michigan State University unter der Leitung von Jenifer Fenton heraus und veröffentlichten ihre Studie im Journal Cancer Research (doi: 10.1158/0008-5472.CAN-10-1396).

Neben bisherigen Studien, die zeigen, dass Fisch-Öl Herz und Gelenken fördert, zeigten die Forscher nun, dass die Substanz in der Maus schwere Kolitiden bis hin zu kolorektalen Karzinomen verursachen kann.

Dabei gingen die Experten für Ernährungswissenschaften zu Beginn ihrer Studien davon aus, dass Fisch-Öl auch für chronisch-entzündliche Darm­er­krank­ungen förderlich wirkt. Denn die in fetten Seefischen wie dem Lachs enthaltene Docosahexaensäure besitzt potente anti-inflammatorische Eigenschaften.

Daher testeten sie, ob Mäuse mit induzierter Kolitis und Kolonkarzinom von einer Fisch-Öl-reichen Diät profitieren oder nicht. Anschließend untersuchten sie die Lymphknoten von Milz und Magen-Darm-Trakt, um mittels Flußzytometrie die Anzahl der T-Zellen zu messen. Zusätzlich dienten histopathologische Schnitte zur Beurteilung der Gewebe.

Unter der hohen Dosis Fisch-Öl entwickelten die Mäuse schwerwiegende Läsionen. Erstaunlich, so Jenifer Fenton, sei vor allem die Tatsache, dass es nur vier Wochen dauerte, bis die schädlichen Veränderungen aufgetreten seien. Das beobachteten sie auch bei Mäusen mit niedrigeren Konzentrationen an Docosahexaensäure.

Ihre Daten unterstützten die Vermutung, dass der Konsum von Fisch-Öl schädlich sein könne, so die Erst-Autorin. Obwohl der Konsum von Omega-3-Fettsäuren für den Menschen wichtig sei, müsse dieser offenbar Grenzen haben. Dies sei derzeit Gegenstand aufkommender Diskussionen in der Ernährungsbranche. © hil/aerzteblatt.de

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Alternativmed
am Freitag, 8. Oktober 2010, 14:37

Möglicherweise haben fettlösliche Schadstoffe einen Einfluss auf das Ergebnis

Sollte sich die Studie auf mit DHE angereichertes Lachsöl beziehen, müsste geklärt werden, ob die in diesen Raubfischen angereicherten fettlöslichen Schadstoffe, z.B. organische Quecksilberverbindungen, PCBs usw. einen Einfluss auf das Ergebnis haben bzw. ob schadstofffreie Fischöle unter Verwendung kleinerer Fische (z.B. Sardellen) als Ausgangsprodukt der Ölherstellung zu gleichen Ergebnissen führen.
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