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Medizin

Parkinson: Konsens über Tiefenhirn­stimulation

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Los Angeles – Nach Angaben des Herstellers sind seit 2002 mehr als 70.000 Patienten mit einem Gerät zur tiefen Hirnstimulation (Hirnschrittmacher) versorgt worden. Ein internationales Expertenteam hat sich im April letzten Jahres über Grundlinien für die Selektion der Patienten ausgetauscht. Die Ergebnisse wurden jetzt in den Archives of Neurology (2010; doi: 10.1001/archneurol.2010.260) veröffentlicht.

Nicht jeder Patient mit Morbus Parkinson kommt für eine tiefe Hirnstimulation infrage, und nicht immer wird die erwünschte Wirkung erzielt. Die Gruppe um Jeff Bronstein von der Universität Los Angeles, der auch Vertreter aus Deutschland (Frankfurt, Kiel) angehören, schätzt, dass mehr als 30 Prozent aller Therapieversagen auf die falsche Auswahl der Patienten zurückzuführen sind.

Aufgrund der Komplikationen (Infektionen, Hirnblutungen und auch Kabelbrüche) komme die tiefe Hirnstimulation nur für Patienten mit schweren Nebenwirkungen unter der medikamentösen Therapie infrage, fordern die Experten. Die Patienten sollten aber noch keine aktiven kognitiven oder psychiatrischen Probleme haben.

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Die Behandlung sollte durch einen erfahrenes Team erfolgen, die Implantation selbst durch einen Neurochirurgen mit guten Kenntnissen in der stereotaktischen Operation. Denn der Erfolg der Therapie hängt von der exakten Platzierung der Elektrode an.

Derzeit gibt es zwei bevorzugte Zielregionen: den Nucleus subthalamicus und die Pars interna des Globus pallidus. Beide lindern die motorischen Symptome, doch die Stimulation des Nucleus subthalamicus ging in der wichtigsten Vergleichsstudie (Co-op Study) häufiger mit Depressionen einher.

Dennoch bleibt die Wahl der Zielregion den Zentren überlassen. Auch wenn die tiefe Hirnstimulation die frühere ablative Chirurgie weitgehend verdrängt hat, kämen Thalamotomie und Pallidotomie in Einzelfällen weiterhin infrage. Als Beispiel nennen sie Patienten mit Infektionen unter der tiefen Hirnstimulation.

© rme/aerzteblatt.de

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