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Medizin

Genvarianten erhöhen Risiko für Adipositas bei Kindern

Dienstag, 19. Oktober 2010

Philadelphia – Sogenannte Genkopiezahlvarianten (CNV), insbesondere bestimmte Deletionen und Verdopplungen von Genen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit bei Kindern, eine Fettleibigkeit zu entwickeln.

Diese Entdeckungen machten Forscher um Struan Grant von dem Abrasom Forschungscenter in Philadelphia. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im American Journal of Human Genetics (doi:10.1016/j.ajhg.2010.09.014).

Ein Hauptgesundheitsproblem in westlichen Gesellschaften ist der dramatische Anstieg der Adipositas bei Kindern und bei Erwachsenen. Assoziiert mit Insulin-Resistenz ist die Adipositas ein Risikofaktor für Diabetes Mellitus Typ2, Herzkrankheiten, Hypertonie und andere chronische Erkrankungen. Etwa 70 Prozent der fettleibigen Teenager werden später zu fettleibigen Erwachsenen.

Gesundheitsexperten machen für die Entwicklung vor allem Bewegungsmangel und kalorienreiche Nahrungsmittel verantwortlich. Es ist jedoch bekannt, dass die Adipositas häufig einen starken genetischen Bestandteil aufweist.
 

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„Unsere Studie ist die erste groß angelegte, objektive Genom-Studie mit CNVs bei pädiatrischer Adipositas“, sagte Grant. Seine Kollegen und er untersuchten die Genome von etwa tausend fettleibigen Kindern auf Deletionen oder Verdoppelungen von DNA-Sequenzen.

Obwohl die CNVs, die sie fanden, selten vorkommen, weisen ihre Daten darauf hin, dass Personen mit derartigen Veränderungen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Fettleibigkeit haben.

1.080 fettleibige Kinder und eine Kontrollgruppe mit 2.500 normalgewichtigen Kindern wurden untersucht. Dabei identifizierten die Wissenschaftler 17 CNVs, die bei den übergewichtigen auftraten, nicht aber bei den normalgewichtigen Kindern.

Bisher wurden diese Gene laut der Arbeitsgruppe noch nicht in einen Zusammenhang mit der Adipositas gebracht. Eine der CNVs, in der Nähe vom Gen ARL15, sei jedoch bereits mit einem erhöhten Risiko für eine ischämische Herzkrankheit und Diabetes Mellitus Typ2 assoziiert, erklärte Grant.

Er schloss, dass weitere Studien mit Kindern zusätzliche genetische Einflüsse aufdecken könnten. Funktionelle Studien, die untersuchen, wie Gene zu Adipositas im Kindesalter beitragen, seien außerdem notwendig. Diese Erkenntnisse könnten eine Grundlage für Prävention und Behandlungen sein.

© hil/aerzteblatt.de

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