NewsAuslandEP-Gesundheits­ausschuss ebnet weiteren Weg für Auslands­behandlungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

EP-Gesundheits­ausschuss ebnet weiteren Weg für Auslands­behandlungen

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Brüssel – Weder die Art einer Erkrankung noch die Dicke des Portemonnaies sollen darüber entscheiden dürfen, sich im EU-Ausland behandeln lassen zu können. Dies bekräftigte der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlamentes (EP) bei seiner heutigen Abstimmung über die geplanten Regelungen zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.

Die Vorschriften sollen nach dem Willen der EP-Mitglieder so ausgestaltet werden, dass auch Patienten mit seltenen Erkrankungen und solche, die eine kostenintensive stationäre Behandlung benötigen, problemlos Leistungen im EU-Ausland in Anspruch nehmen können.

„Patienten mit seltenen Erkrankungen brauchen die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung noch dringender als andere, da eine optimale Diagnostik und Therapie oft nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit möglich ist", so der Arzt und CDU-Abgeordnete Peter Liese. Patienten mit seltenen Erkrankungen sollten daher auch von der Pflicht zur Vorabgenehmigung von Auslands­leistungen ausgenommen werden.

Der Gesundheitsausschuss fordert darüber hinaus, dass Patienten sich für Auslandsbehandlungen nicht verschulden müssen. „Wir wollen, dass Patienten, die sich die Mühe machen, eine Vorabgenehmigung bei ihrer Krankenkasse zu bekommen, im Ausland nicht in Vorkasse treten müssen, sondern dass der Kostenträger, zum Beispiel die Krankenkasse oder der staatliche Gesundheitsdienst, direkt mit den Krankenhäusern abrechnet“, betonte Liese. Krankenhäuser sollten zugleich rechtlich vor allzu großen Außenständen geschützt werden.

Für ethisch umstrittene Diagnose- und Therapieverfahren sollen grundsätzlich die Regeln des Herkunftslandes eines Patienten gelten. So wäre es aus Sicht von Liese beispielsweise inakzeptabel, wenn eine deutsche Krankenkasse für eine im europäischen Ausland erfolgte vorgeburtliche Diagnostik bei einer aus Deutschland stammenden Schwangeren zahlen müsste, die hierzulande verboten ist.

Mit ihren Forderungen weichen die Abgeordneten vom im Sommer mühsam ausgehandelten gemeinsamen Standpunkt der Mitgliedstaaten ab. Eine Einigung wird dennoch in den kommenden Wochen angestrebt. © ps/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. September 2020
Sankt Augustin – Immer mehr Patienten aus der Europäischen Union (EU) kommen zur Behandlung nach Deutschland. Gleichzeitig sinken die Patientenzahlen aus Nicht-EU-Ländern. Das geht aus einer neuen
Deutschland bei Patienten aus der EU beliebt
19. Februar 2020
Hannover – Nach anhaltender Kritik an der Behandlung eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds unter Polizeischutz haben Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erstmals Fehler eingeräumt. In einem
Streit um mutmaßliches Clan-Mitglied: Ärzte an MHH räumen Fehler ein
16. August 2019
Hamburg – Der Medizintourismus boomt und bietet auch der Kreuzfahrtbranche vielversprechende Entwicklungsperspektiven. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Umfrage der Hochschule Fresenius, der
Medizintourismus kommt auf hoher See in Fahrt
30. April 2019
Leipzig – Die Deutschen gehen einem Bericht zufolge für Zahnersatzbehandlungen nur sehr selten ins Ausland. Bei den Versicherten der Techniker Krankenkasse betrage der Anteil nur 0,2 Prozent,
Deutsche gehen nur selten für Zahnersatz ins Ausland
2. April 2019
Kapstadt – Das Politmagazin New African hat Kritik an afrikanischen Politikern geübt, die für Behandlungen im Ausland Millionen an Steuergeldern ausgeben. So sei es zum „Normalfall“ geworden, dass
Kritik an Medizintourismus afrikanischer Präsidenten
14. März 2019
Atlanta und Stockholm – Das verlockende Angebot auf eine preiswerte Schönheitsoperation im Ausland kann schwere Konsequenzen haben. Hygienefehler in einer Klinik in Tijuana/Mexiko haben bei mindestens
Medizintouristen kehrten aus Mexiko mit resistenten Infektionen zurück
4. Februar 2019
Sankt Augustin – 2017 sind rund 247.500 Patienten aus 177 Ländern nach Deutschland gekommen, um sich hier stationär oder ambulant behandeln zu lassen. Sie bescherten dem deutschen Gesundheitssystem
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER