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Ärzteschaft

Apobank entlässt Vorstände wegen Immobilienaffäre

Dienstag, 2. November 2010

Düsseldorf – Die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in Düsseldorf hat die beiden Vorstandsmitglieder Stefan Mühr und Claus Verfürth abberufen. Hintergründe sind Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Vorständler und andere Mitarbeiter der Bank. Sie stehen im Zusammenhang mit Festnahmen bei der Berliner Immobilienfirma Licon, bei der Manager der Untreue verdächtigt werden.

Die Baugruppe Licon saniert Altbauten, die in der Regel unter Denkmalschutz stehen. Für den Vertrieb der Objekte führt Licon eine Tochtergesellschaft namens Medicon. Die Apobank hat seit 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit Medicon und stellt bei Bedarf die Erwerberfinanzierung zur Verfügung.

In der vergangenen Woche hatte der Sprecher des Apobank-Vorstandes, Herbert Pfennig, eine interne Untersuchung eingeleitet, um ein Bild über Ausmaß und Ursachen der staatsanwaltlichen Vorwürfe zu erhalten.
 

„Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich einzelne Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter nicht korrekt verhalten haben und unter Verdacht stehen, unerlaubt persönliche Vorteile erhalten zu haben“, erklärte die Apobank heute. Nach derzeitigem Erkenntnisstand seien Kunden jedoch nicht geschädigt worden.

Der neue Vorstand der Apobank wird sich damit gemeinsam mit seinem Sprecher Herbert Pfennig zunächst aus drei Mitgliedern zusammensetzen. Neu berufen worden sind Thomas Siekmann und Bernd Span. Siekmann war bislang Generalbevollmächtigter der Apobank und verantwortet unter anderem das Risikomanagement. Span war zuvor Vorstandsmitglied bei der Oldenburgischen Landesbank, zuletzt als Sprecher des Vorstands.

Zur Aufklärung der Vorwürde setzt die Apobank außerdem eine unabhängige Untersuchungskommission ein, die sich aus internen und externen Wirtschaftsprüfern, Juristen und Bankfachleuten zusammensetzt. Bis Ende November wird diese Expertengruppe neben der laufenden Berichterstattung Aufsichtsrat und Vorstand erste Zwischenergebnisse vorlegen, die belastbare Aussagen zu den gesamten Vorfällen und der weiteren Vorgehensweise enthalten.

„Aufsichtsrat und Vorstand ist es wichtig, dass alle existierenden Vorwürfe, Vermutungen oder Unterstellungen vorbehaltlos überprüft und aufgeklärt werden. Dafür wird die Apobank alle notwendigen Kräfte einsetzen“, sagte der Vorsitzender des Aufsichtsrates, Hermann Stefan Keller.

© hil/aerzteblatt.de

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