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Politik

Laborkosten der privaten Kran­ken­ver­siche­rung explodieren

Dienstag, 2. November 2010

Düsseldorf – Die Ausgaben der privaten Kran­ken­ver­siche­rung für Laboruntersuchungen steigen seit Jahren deutlich stärker als bei den gesetzlichen Kassen. Das belegt eine Studie des wissenschaftlichen Instituts des Verbands der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV), die dem Handelsblatt vorliegt.

Danach waren 2008 die Ausgaben der PKV pro Patient für die Laboruntersuchung von Blut oder anderen Körpersekreten fünf Mal so hoch wie bei den gesetzlichen Kassen. Kosten von 129 Euro pro Privatpatient standen Ausgaben von nur 26 Euro für jeden gesetzlich Versicherten gegenüber. 2004 waren es bei den gesetzlichen Kassen noch 24 Euro, bei Privatpatienten 100 Euro.

Das Missverhältnis habe damit ein Ausmaß erreicht, das den Gesetzgeber auf den Plan rufen muss, sagte PKV-Geschäftsführer Stefan Reker. Nach Ansicht des Verbandes könne die Bereitschaft der Ärzte, bei Privatpatienten besonders oft Laboruntersuchungen anzusetzen, mit der 30 Jahre alten Gebührenordnung zusammenhängen.

Reker zufolge würden 80 Prozent der Untersuchungen nicht im Fachlabor erbracht, sondern in ärztlichen Eigenlabors. Die Ärzte beauftragten sich also quasi selbst und hätten dabei offenbar mehr ihr Einkommen als das Wohl der Patienten im Auge. Der PKV-Verband schlage deshalb unter anderem vor, dass Leistungen wie Labormedizin künftig nicht mehr gesondert vergütet werden. © dapd/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 3. November 2010, 17:03

Wie wäre es diese Information in den Werbeprospekt für die PKV zu schreiben?

Sicher nicht gut für das Geschäft. Aber so geht es ja seit Jahren. Man malt rosarote Elefanten an die Decke, wenn man die Versicherung verkaufen will und den Ärzten hat man ja schon in den letzten 30 Jahren erzählt, dass sie zu viel verdienen und deshalb würde die PKV Pleite gehen. Also zusammenfassend: Nix neues.
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 3. November 2010, 16:19

Das wissenschaftliche Institut der PKV - Gesamtnote Sechs, setzen!

Soviel Dummheit und Dreistigkeit gibt's doch gar nicht: Die Laborkosten von 2004 in der GKV lagen bei 24 Euro pro Patient. Danach, liebe Labormäuschen des "wissenschaftlichen Instituts des Verbands der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV)", kam eine B u d j e t i e r u n g der Laborleistungen in der GKV ('Mengenbegrenzung'). Auch wenn sich das Viele in der PKV nicht vorstellen können, es wurden in der GKV bis heute viele Laborleistung u n e n t g e l d l i c h erbracht ('cut-off' nennt man so 'was).

Kein Wunder, dass die GKV-Laborkosten dann 2008 in der GKV nur 26 Euro pro Patient betrugen (Steigerung um 8,33%), wenn Mehrleistungen erbracht, aber nicht abgerechnet wurden. Die Steigerungen von 100 Euro auf 129 Euro pro Patient in der PKV (plus 29%) im gleichen Zeitraum beruhen doch wohl eher darauf, dass die PKV-Patienten häufigere, mehr und differenziertere Laborleistungen vom Arzt einfordern und diese 'tragischerweise' alle nach GOÄ von 1983 abrechenbar sind.

Mit Verlaub, PKV-Geschäftsführer Stefan Reker, bitte erst den IQ von PKV-Pressetexten messen lassen und dann "den Gesetzgeber auf den Plan rufen" wäre hier durchaus eine gangbare Alternative.
Mit freundlichen Grüßen, Dr. med. T. G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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