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Medizin

Compliance bei chronischer Nierenkrankheit oft schlecht

Donnerstag, 11. November 2010

Cincinnati – Ungefähr ein Drittel der Personen mit einer chronischen Nierenkrankheit halten sich häufig nicht an ihre vorgeschriebene Bluthochdrucktherapie. Diese Entdeckung machten Wissenschaftler um Charuhas Thakar von der Universität von Cincinnati. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift American Journal of Nephrology (DOI: 10.1159/000321688).

Eine chronische Nierenkrankheit bewirkt einen langsamen Verlust der Nierenfunktion. Hypertonie kann dafür verantwortlich sein. Die aktuelle Studie zeigte, dass die Therapie der Hypertonie bei Patienten mit einer chronischen Nierenkrankheit eine Herausforderung darstellt und dass das Einhalten einer medikamentösen Bluthochdrucktherapie die Ergebnisse verbessern könnte.

„Die Hypertonie ist wahrscheinlich der wichtigste modifizierbare Risikofaktor bei der chronischen Nierenkrankheit – einer Vorstufe des Endstadiums der Nierenkrankheit, die mit einer erhöhten Gefahr für Morbidität und Mortalität einhergeht“, sagte Thakar.

Laut der Arbeitsgruppe wurden die Compliance und ihr Einfluss auf den Blutdruck und den Verlauf bei diesen Krankheiten noch nicht genau studiert. „Wir wollten nun herausfinden, ob die Medikamenteneinnahme einen Einfluss auf die Ergebnisse bei nierenkranken Patienten haben könnte“, sagte Thakar.

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Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von 7.227 Patienten mit einer chronischen Nierenkrankheit, die mindestens ein Blutdruckmedikament erhielten. Die ambulanten Blutdruckmessungen galten als erhöht, ab einem Wert von 130/80 mmHg. Die Forscher untersuchten außerdem die medikamentöse Einnahme der Antihypertensiva.

Die Ergebnisse zeigten, dass 67 Prozent der Patienten ihre Medikamente richtig einnahmen, während 33 Prozent der Patienten die Medikamente nicht regelmäßig nahmen. Diese Patienten hatten mit 23 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit suboptimale Blutdruckkontrollen während der kompletten zweijährigen Studie und liefen daher Gefahr, dass sich ihre Nierensituation schneller weiter verschlechterte.

© hil/aerzteblatt.de

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