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KBV-VV: Delegierte fordern Nachbesserungen bei Kodierrichtlinien

Freitag, 3. Dezember 2010

Berlin – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) hat den Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach längerer kontroverser Diskussion am Freitag in Berlin aufgefordert, die Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) nachzubessern.

Sie müssen vom 1. Januar 2011 an in den Praxen umgesetzt werden. Allerdings ist bereits eine Übergangsphase von einem halben Jahr vorgesehen, während der Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten das Regelwerk testen können.

Man solle die AKR im ersten Halbjahr 2011 „an die Bedürfnisse der Praxis, insbesondere im hausärztlichen Bereich”, anpassen, lautet eine Vorgabe. Die KBV-Führung solle zudem dafür Sorge tragen, dass die Umsetzung der Kodierrichtlinien in den Praxisverwaltungssystemen optimal gestaltet werde. So wie derzeit ließen sich die AKR nicht umsetzen, befanden die VV-Delegierten.

Mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde ein Antrag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Verschiebung der Vergütung nach Morbiditätsgesichtspunkten auch die Kodierrichtlinien auszusetzen.

Nur mit knapper Mehrheit wurde hingegen ein Antrag abgelehnt, die AKR zu stoppen, bis die Krankenkassen den Aufwand vergüteten. Die KVen Baden-Württemberg, Bayern und Hessen hatten verlangt, die errechneten Bürokratiekosten von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr von den Kostenträgern extrabudgetär finanzieren zu lassen. Zur Begründung hieß es, die AKR erforderten vor allem von hausärztlichen Praxen einen erheblichen Aufwand, der nicht zu Lasten der Ärzte gehen dürfe.

Der Antrag sah weiterhin vor, die Kodierrichtlinien in eine „praxisgerechte und der Gesetzgebung konforme Fassung” zu bringen. Vertreter der drei KVen monierten, die vorgegebenen Kodierungen seien für zahlreiche Behandlungsanlässe in der Praxis „weder sinnvoll noch praktikabel”.

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Köhler hatte zuvor erläutert, dass er die Kritik der Ärzte an den AKR wegen der Mehrarbeit verstehen könne. Er warnte aber: "Jede Verschiebung wird die Vertragsärzte bares Geld kosten, weil dann der Nachweis von Morbiditätssteigerungen nicht geführt werden kann."

Man bemühe sich aber, die Ärzte durch Informationen und Schulungen vorzubereiten. Außerdem „arbeiten wir mit Hochdruck an Verbesserungen für die Hausärzte”, sagte Köhler: „Um Hausärzte in einem insgesamt durch die ICD-10 geprägten Dokumentationssystem in der stationären und in der ambulanten fachärztlichen Versorgung nicht zu isolieren, soll die Struktur der ICPC mit ICD-10-Schlüsselnummern hinterlegt werden. Für viele ICPC-Kodes ist eine eindeutige Übersetzung in einen ICD-10-Kode möglich."

  © Rie/aerzteblatt.de

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