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Präventionsexperten fordern Engagement für sozial benachteiligte Kinder

Freitag, 3. Dezember 2010

Berlin – Rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachsen unter schwierigen sozialen und gesundheitlichen Bedingungen auf. Vertreter aus Politik, Praxis und Wissenschaft wollen nun gemeinsam die Gesundheits- und Zukunftschancen sozial benachteiligter Kinder verbessern. Dazu kann nach Ansicht der Experten ein intensiver bereichsübergreifender Austausch ebenso beitragen wie das enge Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen.

„Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Deshalb müssen wir ihnen ein gesundes Aufwachsen ermöglichen“, erklärte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) heute auf dem 16. Kongress Armut und Gesundheit in Berlin.
Aufgrund der vielfältigen Einflussfaktoren müsse Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche sektorübergreifend erfolgen. „Es braucht ein Gesamtkonzept, das Aktivitäten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene bündelt“, so ihr Fazit.

„Entscheidend für einen guten Start ins Leben sind richtige Vorbilder, ein gesundes Umfeld und Bildung“, sagt Herbert Reichelt, Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes des AOK-Bundesverbandes. „Dazu braucht es ein enges Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen.“

Es fehle bisher an einem systematischen Ausbau solcher Programme. Dazu müssten Familien- und Jugendpolitik, der Bildungs- und Gesundheitsbereich und Stadtentwicklungspolitik eng vernetzt werden. Dann wären ganzheitliche Projekte möglich. Denn im Bereich der Prävention bestünde kein Wissens- sondern ein Handlungsdefizit.

Dass im letzten Jahr jedoch ein solches Projekt stark beschnitten wurden, kritisierte Raimund Geene von der Hochschule Magdeburg-Stendal. „Die Gelder für das Projekt Soziale Stadt wurden von 95 Millionen Euro in 2010 auf 28,5 Millionen Euro in 2011 gekürzt.“ Unter das Projekt fällt die Arbeit von Quartiersmanager in sozial schwierigen Kiezen: Sprachförderung, Jugendarbeit, Gewaltprävention, Stadtteilmütter. Also genau dass, was wichtig sei, um benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive zu geben.

Als positives Beispiel verwies er in diesem Zusammenhang auf die Präventionskette der nordrhein-westfälischen Stadt Dormagen. Hier arbeiten Akteure ressortübergreifend und vernetzt zusammen, um Kinder in sozial benachteiligten Lebenslagen über ihre Entwicklungsstufen von Geburt über Kita bis hin zur Schule zu unterstützen.

Der Kongress Armut und Gesundheit untersucht seit 1995 den Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Gesundheit. © hil/rc/aerzteblatt.de

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