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Medizin

Gemeinsame genetische Ursache von ADHS und Leseschwäche

Freitag, 10. Dezember 2010

Boulder – Fehlende Aufmerksamkeit und die eingeschränkte Fähigkeit zu lesen, haben möglicherweise den gleichen genetischen Ursprung. Schon länger ist bekannt, dass das Aufmerksamkeit-Hyperaktivitäts-Defizit-Syndrom, kurz ADHS, und eine Leseschwäche häufig zusammen auftreten.

Jetzt haben Wissenschaftler der University of Colorado eine gemeinsame genetische Komponente beider Störungen beobachtet. Die Studie publizierte das Fachmagazin Cortex (doi: 10.1016/j.cortex.2010.06.009).
 

Die als Legasthenie beschriebene Leseschwäche betrifft laut Aussagen des Bundesverbandes Legasthenie rund vier Prozent der Schüler in Deutschland. Sie wird meist schon zu Beginn des Spracherwerbs erkannt und kann bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelt werden.
 

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Als Ursache diskutieren Wissenschaftler auch genetische Komponenten und nehmen an, dass die Erkrankung nicht nur mit einem, sondern mehreren betroffenen Genen korreliert. Daher vermuteten die Autoren dieser Studie einen möglichen genetischen Zusammenhang beider Syndrome.
 

Dazu analysierte das Forscherteam unter der Leitung von Erik Willcutt 457 Zwillingspaare einer Studie des Colorado Learning Disabilities Research Centers. Dies ist eine langfristige Studie, die seit 1973 Informationen über Lernschwierigkeiten und das ADHS von Kindern erfasst.

Die Forscher verglichen die erkrankten Kinder und ihre jeweiligen Zwillinge mit einer Kontrollgruppe anhand einer Reihe von Tests, die kognitive Fähigkeiten, Sprach- und Lesefähigkeit sowie die Geschwindigkeit von Lernprozessen untersuchten.  
 

Ergebnis: Sowohl die Leseschwäche als auch das ADHS gehen mit verlangsamten Lernprozessen einher. Zudem zeigten die Zwillings-Untersuchungen, dass es eine signifikante Korrelation zwischen beiden Symptomen gibt.

Denn hatte ein Kind eines der beiden Syndrome, zeigte sich bei einem der Zwillinge mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die jeweils andere Erkrankung.
 

Die Wissenschaftler hoffen nun, dass die ja messbare Geschwindigkeit von Lernprozessen in Zukunft möglicherweise als ein guter Marker für die Diagnostik beider Störungen gelten kann. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #107839
HRSchmidt
am Samstag, 11. Dezember 2010, 22:20

Unseriös

So schlampig wie das Deutsch der Überschrift ist auch der Inhalt dieses Beitrags. Keineswegs erlaubt eine solche Studie derartige Aussagen zur Genetik. Gene wurden ja gar nicht untersucht. Man hat nur Fragebögen und psychologische Tests verwendet. Bestenfalls wird etwas über das "Angeborensein" ausgesagt, worunter außer genetischen aber auch intrauterine, perinatale und postnatale Umwelteinflüsse zählen. Die Zwillinge waren zudem gemeinsam aufgewachsen, weshalb die Konfundierung genetischer versus umweltbezogener Faktoren sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müsste, was hier aber wieder einmal unterblieb.
Aus methofisch schwachen Studien derart folgenschwere Schlüsse zu ziehen, ist unseriös.
Vom Ärzteblatt erwarten wir uns mehr wissenschaftliche Sorgfalt.

Freundliche Grüße,
Hans Reinhard Schmidt
Sprecher Konferenz ADHS
http://www.adhs-konferenz.de
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