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Medizin

Strahlenexposition von Kindern steigert Risiko von Schilddrüsenkrebs

Freitag, 17. Dezember 2010

New York – Die Strahlen­belastung von Kopf und Nacken im Rahmen diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen ist für Kinder besonders ge­fährlich. Denn in der langen verbleibenden Lebenszeit steigt das Risiko für Schild­drüsen­krebs erheblich an.

Das fanden jetzt Wissen­schaftler der University of Rochester unter der Leitung von Jacob Adams heraus.

Die Studie zum Schilddrüsen­karzinom und der damit zusammenhängenden Strahlenbelastung von Kindern publizierte das Fachmagazin Radiation Research (doi: 10.1667/RR2181.1).

Obwohl bekannt ist, dass Strahlen durch Röntgengeräte genau wie therapeutische Bestrahlung krebserregend sind, wissen Forscher nach Angaben der Arbeitsgruppe noch relativ wenig über deren Langzeitfolgen für Kinder.

Laut den Nachforschungen der Autoren finden jährlich rund eine Million CT-Untersuchungen bei Kindern unter fünf Jahren statt. Die Computertomographie sei zwar nach wie vor eine der besten bildgebenden Verfahren, doch müsse man gerade bei Kindern besonders gut zwischen Nutzen und möglichen Risiken abwägen.

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Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie die Inzidenz des Schilddrüsenkarzinoms bei älteren Patienten, die vor 55 Jahren, also in ihrer Kindheit, mit einer niedrig dosierten Radiotherapie bestrahlt wurden.

Zwischen 2004 und 2008 befragten sie eine Patientenkohorte die als Kinder zwischen 1926 und 1957 wegen eines vergrößerten Thymus bestrahlt wurden. Im Vergleich zu ihren Geschwistern, die nicht bestrahlt wurden, stieg die Tumorrate um 3,2 Prozent pro Gray Strahlenbelastung an.

Dabei beachteten sie auch verschiedene andere Lebensumstände, zum Beispiel die Religion. „Zusätzlich müssen wir beachten, dass früher das Wissen um das Krebsrisiko aufgrund von Strahlenbelastung noch viel geringer war als heute“, betont Adams. Erst die Dosen, die gegen Ende des Beobachtungszeitraumes angewandt wurden, entsprächen in etwa den heute üblichen Dosen, so der Forscher.

Die Daten ließen auch Rückschlüsse darauf zu, warum die Inzidenz des Schilddrüsenkarzinoms in den letzten Jahren angestiegen sei. Denn die Bevölkerung sei durch den vermehrten Gebrauch der Computertomographie in Krankenhäusern allgemein auch mehr Strahlung ausgesetzt.

© hil/aerzteblatt.de

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