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Ausland

Serbien beziffert Zahl der Opfer von Organhandel im Kosovo auf 500

Freitag, 17. Dezember 2010

Belgrad/Pristina – Dem angeblichen illegalen Organhandel in der damaligen serbischen Provinz Kosovo sind nach Angaben Serbiens etwa 500 Menschen zum Opfer gefallen. Rund 400 von ihnen seien Serben gewesen, sagte der für Kriegsverbrechen zuständige serbische Staatsanwalt Vladimir Vukcevic gestern in Belgrad.

Es komme nun darauf an, die Verbrechen zu verfolgen und die Hintermänner zur Verantwortung zu ziehen. Wer die Ermittlungen führe, sei dabei „nicht wichtig“, sagte Vukcevic. „Ohne eine Zusammenarbeit zwischen den Staatsanwälten im Kosovo, in Albanien und Serbien wird es in der Untersuchung keine Fortschritte geben.“

Der Schweizer Jurist Dick Marty hatte am Dienstag einen im Auftrag des Europarats verfassten Bericht veröffentlicht, in dem er den gerade wiedergewählten kosovarischen Regierungschef Hashim Thaci und andere Führer der kosovarischen Befreiungsarmee UCK beschuldigte, während der Jahre 1998 bis 2000 am Handel mit den Organen serbischer Gefangener beteiligt gewesen zu sein.

Demnach soll es Beweise dafür geben, dass die UCK im Norden Albaniens Serben und abtrünnige Kosovo-Albaner in geheimen Gefängnissen „unmenschlicher und erniedrigender Behandlung“ aussetzte. Zudem sollen Gefangenen Organe entnommen worden sein, die auf dem internationalen Schwarzmarkt an ausländische Krankenhäuser verkauft wurden.  

Thaci wies gestern die Anschuldigungen gegen ihn zurück. Der Marty-Report sei „skandalös, konstruiert und erlogen", sagte er in Pristina. Ziel des Berichts sei es, „die UCK und die Unabhängigkeit des Kosovos abzuwerten."

Er werde „alle juristischen und politischen Möglichkeiten" ausschöpfen, um die Beschuldigungen zu widerlegen, sagte Thaci. Marty müsse die in dem Dokument genannten Beweise vorlegen, damit die Vorwürfe untersucht werden könnten. © afp/aerzteblatt.de

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