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Politik

Kostenerstattung in unterversorgten Regionen

Donnerstag, 6. Januar 2011

Berlin Für eine grundlegende Korrektur der Honorierung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten hat sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann ausgesprochen. Er schlägt vor, die Vergütung für die Behandlung von gesetzlich Krankenversicherten in unterversorgten Gebieten vom Sachleistungs- auf ein Kostenerstattungsprinzip auf Basis der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) umzustellen. 

„Wir haben uns daran gewöhnt, dass ein substanzieller Anteil der kassenärztlichen Leistungen nicht vergütet wird. Wenn dadurch das Betreiben einer ärztlichen Praxis nicht mehr attraktiv ist, überrascht es nicht, dass dies auch Unterversorgung in der Fläche produziert“, sagte Lindemann, der Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags ist. Ziel müsse ein transparentes und nachvollziehbares Vergütungsverfahren sein, das alle erbrachten Leistungen sachgerecht abbilde.

Eine entsprechende Reform würde nach Lindemanns Ansicht auch eine Bedarfsplanung wie in der gegenwärtigen Form überflüssig machen. Durch einen kleinteiligeren Ansatz Lücken zu schließen, werde nicht funktionieren: „Das Problem wird nicht gelöst, indem man es kleinteiliger darstellt, sondern indem man seine Ursachen bekämpft“, so der Abgeordnete. „Gesundheitsversorgung muss schlicht attraktiver werden.“

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© Rie/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #93996
johann.gruber
am Freitag, 7. Januar 2011, 00:00

Gesetzgeber auch für Arzthonorierung verantwortlich

Wenn die Honorierung der Ärzte nicht adäquat erfolgt, sind schlichtweg die regierenden Politiker schuld. Sie regeln nämlich letztlich alles in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bis ins Detail, auch die Vergütung der ärztlichen Leistungen.
Wer sich die Privatisierung der Krankenversicherung auf die Fahnen geschrieben hat (siehe 55.Ord.Bundesprogrammparteitag der FDP am 5./6.Juni 2004 in Dresden), hat aber im Umkehrschluss natürlich wenig Interesse daran, dass die GKV im Lande zufriedenstellend funktioniert. Das belegen einmal mehr die aktuellen Neuregelungen im GKV-FinG, die nur Sand und Kosten ins Getriebe der GKV streuen und Unzufriedenheit mit der GKV bei allen Beteiligten auslösen sollen. Mit Hilfe des Hausärzteverbandes ist Letzteres übrigens gerade in Bayern hervorragend gelungen.
LNS
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