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Ausland

Mehrheit der Franzosen für Palliativmedizin statt Sterbehilfe

Dienstag, 18. Januar 2011

Paris – 60 Prozent der Franzosen ziehen einen Ausbau der Palliativmedizin einer Legalisierung von Sterbehilfe vor. Das ist das Ergebnis einer vom Meinungsforschungsinstitut Opinion Way durchgeführten Umfrage, wie die Wochenzeitung La Vie berichtet. Mit 73 Prozent lehnten den Angaben zufolge besonders ältere Menschen aktive Sterbehilfe ab.

Die Mehrheit der Befragten habe erhebliche Bedenken, dass die Gesellschaft künftig legal beschließen könne, einen Menschen zu töten. 57 Prozent fürchteten, dass Kranke ohne Einwilligung getötet oder ihr Einverständnis erzwungen werden könnte. Am 25. Januar berät der französische Senat über einen Gesetzentwurf zu aktiver Sterbehilfe. 

Nach Angaben von La Vie ist es das erste Mal, dass in einer Meinungsumfrage beide Möglichkeiten von Sterbehilfe gegenübergestellt wurden. Die Befragten konnten sich demnach zwischen Palliativmedizin, die die Schmerzlinderung und die psychologische Begleitung der Kranken umfasst, und aktiver Sterbehilfe entscheiden, bei der dem Leben mit Hilfe eines tödlichen Medikaments ein Ende gesetzt wird.

In früheren Umfragen sei ausschließlich gefragt worden, ob man bei unerträglichen Schmerzen die Möglichkeit zu aktiver Sterbehilfe befürworte. Daher hätten in einer Umfrage vom Oktober noch 94 Prozent der Befragten eine Legalisierung aktiver Sterbehilfe befürwortet, heißt es. 

Die Umfrage habe darüber hinaus ergeben, dass viele Menschen noch immer zu wenig über ihre Rechte am Lebensende informiert seien. Mehr als zwei Drittel gaben an, sie wüssten nicht, dass sie die Fortsetzung einer aussichtslosen Behandlung ablehnen könnten. Auch über die Möglichkeiten der Palliativmedizin seien viele nicht ausreichend informiert. © kna/aerzteblatt.de

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w.strecker
am Mittwoch, 19. Januar 2011, 11:58

Differenziertes Denken anmahnen

Dem Kommentar "Eine solche Fragestellung ist pure Demagogie"kann nur in
vollem Umfang zugestimmt werden.
Nur differenziertes Denken kann der Vielfalt des Lebens gerecht werden und
muß darum immer wieder angemahnt werden,um inhumane Entscheidungen
zu verhindern.
Mathilda
am Mittwoch, 19. Januar 2011, 10:43

Eine solche Fragestellung ist pure Demagogie!

Was bitte soll das, Sterbehilfe und Palliativmedizin als Alternativen zur Wahl zu stellen? Was soll so eine Fragestellung erreichen - oder besser wohl: wer will was mit dieser Fragestellung erreichen? Diese Studie kann getrost unter Humbug archiviert werden!

Aber gleichzeitig ist dies ein Lehrstück für die immer wieder gewünschte und geforderte direkte Demokratie: Jede Bürgerbefragung, jeder Bürgerentscheid kann nur eine alternative Fragestellung haben. Aber in den allermeisten Fällen lässt sich die Problematik gar nicht auf eine Alternative reduzieren. Natürlich ist die Frage nicht: Sterbehilfe oder Palliativversorgung, sondern: wie muss beides ausgestaltet sein?
Die Frage ist nicht: PID ja oder nein?, sondern: wie wird die revolutionäre Möglichkeit der PID, Krankheiten oder Erbschäden bereits vor dem Einpflanzen in den Uterus erkennen zu können, sinnvoll genutzt?
Oder regionalpolitisch: Nicht pro oder contra Stuttgard 21, sondern: wie wird die Notwendigkeit, den Kopfbahnhof durch unterirdische Trassenführung zu erweitern, für neue städtebauliche Konzepte im Interesse der Stuttgarder genutzt?

Eine pro/contra-Befragung kann niemals die breite öffentliche Diskussion um die Inhalte ersetzen!

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