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Medizin

29 weitere Gene für die Colitis ulcerosa

Montag, 7. Februar 2011

Cambridge – Das International IBD Genetics Consortium hat 29 weitere Genregionen identifiziert, die das Risiko auf eine Colitis ulcerosa erhöhen. Es zeichnen sich genetische Überlappungen mit dem Morbus Crohn ab. Insgesamt erhöht die Publikation in Nature Genetics (2011; doi: 10.1038/ng.764) die Zahl der bekannten Risiko-Gene für entzündliche Darm­er­krank­ungen (IBD) auf 99.

In westlichen Ländern erkrankt einer von 250 Menschen an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen sind von der Pathologie klar unterschieden. Die Colitis ulcerosa breitet sich kontinuierlich vom Dickdarm aus, sie ist außerdem auf die Mukosa und Submukosa beschränkt, während der Morbus Crohn alle Darmschichten befällt und diskontinuierlich in allen Abschnitten des Gastrointestinaltrakts auftreten kann. Es gibt jedoch “Übergangsformen”, und mitunter fällt es auch Experten schwer zwischen beiden IBD zu unterscheiden.

Auch die Genetiker beobachten einige Gemeinsamkeiten. Von den jetzt 47 bekannten Risikogenen für die Colitis ulcerosa wurden wenigstens 19 auch beim Morbus Crohn gefunden. Die neuen Risikogene, über die das internationale Forscherteam um Carl Anderson vom Sanger Institute in Cambridge berichtet, wurden beim Vergleich von 6.687 Patienten mit Colitis ulcerosa und 19.718 gesunden Kontrollen gefunden.

Einige Gene betreffen die Funktion der T-Zellen, die am entzündlichen Geschehen im Darm beteiligt sind. Dabei wird unter anderem der Signalstoff Interleukin 23 freigesetzt, dessen Stoffwechselweg einige der jetzt gefundenen Risiko-Gene beeinflussen. Die Entdeckung bedeutet nicht, dass die beiden Erkrankungen genetischen Ursprungs sind. Experten vermuten eine Interaktion mit der Darmflora, deren Ergebnis allerdings durch bestimmte genetische Vorgaben beeinflusst werden könnte. © rme/aerzteblatt.de

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