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Politik

Vier Millionen Pflegebedürftige von Angehörigen versorgt

Mittwoch, 9. Februar 2011

Berlin – Vor dem Start der Pflegereform hat der Sozialverband VdK mehr finanzielle Unterstützung für die Angehörigen gefordert, die gebrechliche, behinderte oder verwirrte Familienmitglieder zu Hause pflegen. Insgesamt würden vier Millionen Pflegebedürftige von Angehörigen versorgt, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher am Mittwoch in Berlin.

Nur 1,5 Millionen davon bekämen Geld aus der Pflegeversicherung. Der Verband verlangt vor allem mehr Hilfe für die Pflege von Demenzkranken und bessere Rentenansprüche für pflegende Angehörige.

„Pflege ist ohne pflegende Angehörige in Deutschland nicht denkbar“, sagte Mascher. Würde die Versorgung ausschließlich von Profis übernommen, kämen nach ihrer Rechnung Lohnkosten von mindestens 75 Milliarden Euro im Jahr für 3,2 Millionen Vollzeitarbeitsplätze zusammen. Der Pflegebeitrag müsste ohne pflegende Angehörige von heute 1,95 Prozent bis 2030 auf 4,5 Prozent steigen.

Tatsächlich gingen die Zeiten, da sich die Gesellschaft auf diese „kostendämpfende wie stille und meist weibliche Reserve“ verlassen konnte, aber allmählich zu Ende, sagte die Verbandschefin weiter.

Die Zahl der Pflegeheimbewohner sei in den vergangenen zehn Jahren um 18 Prozent gestiegen, die der von ambulanten Diensten zu Hause versorgten Patienten um 14 Prozent. Die Quote der zu Hause von Angehörigen versorgten Menschen sei dagegen gesunken. Der Trend werde sich fortsetzen, solange die Angehörigen alleine gelassen würden, sagte Mascher.

Nötig sei zum einen die Umsetzung der bereits seit langem diskutierten Verbesserungen der Pflegeleistungen unter dem Stichwort neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Damit würden unter anderem die Leistungen für Demenzkranke ausgeweitet. Das gebe es allerdings nicht zum Nulltarif. Die Kosten würden auf 3,7 bis fünf Milliarden Euro geschätzt, sagte Mascher.

Darüber hinaus müssten die finanzielle Unterstützung und Rentenanwartschaften für Frauen und Männer verbessert werden, die für die Pflege zeitweise aus dem Beruf aussteigen. Nötig sei eine „Lohnersatzleistung“ ähnlich dem Elterngeld sowie Rentenzeiten wie bei den Kindererziehungszeiten, sagte Mascher. © dapd/aerzteblatt.de

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Businesspaar
am Donnerstag, 10. Februar 2011, 09:51

Da wird aber was wichtiges vergessen ...

...Ab dem 1. Mai öffnen sich auch hierzulande die Tore für fleißige Helfer aus Polen und Tschechien, mehr oder weniger ohne Einschränkung. Da wird alles nooooch billiger.
Schwester
am Donnerstag, 10. Februar 2011, 07:57

Geld, Geld, Geld - Der Alte /Kranke als Sparbüchse

Vor den Angehörigen, die heute nur noch in Zahlen denken, gab es Millionenfach Menschen, die sich der Menschen annahmen, die Hilfe benötigten.
Heute gibt es viele Hilfestellungen und Unterstützungen, die auch das Leben der zu pflegenden erleichtern.
Die Gier nach Geld findet auch die Ursache in einer Politik, die nur noch in Zahlen denken kann.
Auch die Sozialverbände haben ihre Fähigkeit verloren das Wesentliche zu erkennen.

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