Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Rösler verspricht Hilfe für pflegende Angehörige

Montag, 14. Februar 2011

Berlin – Angesichts der großen zeitlichen, körperlichen und seelischen Belastung bei pflegenden Angehörigen hat Gesundheitsminister Philipp Rösler mehr Hilfe in Aussicht gestellt.

So sollten Auszeiten ermöglicht, der Papierkrieg mit Behörden und Kassen verringert und möglichst auch die Rentenansprüche der Pflegenden verbessert werden, sagte der FDP-Politiker am Montag in Berlin.

Allerdings schaut er dabei aufs Geld: Nicht alles Wünschenswerte sei machbar. Bis Mitte des Jahres soll Klarheit herrschen, wie viel Pflege künftig kostet.

Rösler beriet mit 25 Fachleuten von Verbänden und Forschungsinstitutionen bei einem sogenannten Pflegegipfel über die Situation pflegender Angehöriger. Von den rund 2,3 Millionen Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, werden unterschiedlichen Angaben zufolge 1,5 bis 1,6 Millionen von Angehörigen zuhause gepflegt. Insgesamt werden aber nach Schätzungen des Sozialverbands VdK bis zu vier Millionen hilfsbedürftige Menschen von Verwandten versorgt - es bekommen also nicht alle Geld aus der Pflegeversicherung.

„Das ist ein Rund-um-die-Uhr-Job“
Rösler sagte, die Angehörigen verdienten Dank und Anerkennung. „Das ist ein Rund-um-die-Uhr-Job.“ Konkret schlug er vor, gemeinsame Kuren von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zu ermöglichen, ähnlich den Mutter-Kind-Kuren. Denn viele Angehörige hätten ein schlechtes Gefühl dabei, ihre gebrechlichen Lieben in die Hände anderer zu geben, wenn sie alleine in den Urlaub führen, sagte der Minister.

Nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung ist es bereits möglich, für bis zu vier Wochen im Jahr alleine oder mit ihren Angehörigen Urlaub zu machen. Allerdings nahmen 2009 von den Millionen Betroffenen nur knapp 33.800 die sogenannte Verhinderungspflege in Anspruch - also eine Vertretung bei Abwesenheit; Kurzzeitpflege bezahlten die Pflegekassen in rund 16.500 Fällen.

Rösler will prüfen, wie die angebotene Hilfe besser genutzt werden kann. Zudem sollen die Pflegenden organisatorisch besser unterstützt werden. Sie hätten oft mit bürokratischen Auseinandersetzungen mit den Pflegekasssen über Rollstühle oder andere Hilfsmittel zu kämpfen.

Hier sollten die Sachbearbeiter mehr Spielraum bekommen, um nach gesundem Menschen­verstand zu entscheiden, sagte der Minister. Darüber hinaus sollen Angehörige mehr Freiheit bekommen, für das Geld aus der Pflegeversicherung auch fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Auch die Forderung von Sozialverbänden, die Rentenansprüche von Pflegenden zu sichern, nahm Rösler auf. Diese seien bislang „unzureichend abgebildet“, räumte der FDP-Politiker ein. Allerdings sagte er, die Gesellschaft müsse zunächst diskutieren, wie viel Geld zur Verfügung stehen solle. Auch sei für die Rente Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) zuständig. Mit ihr werde er Gespräche führen.

Rösler kündigte bis Mitte des Jahres Eckpunkte für seine Pflegereform an, die auch die Finanzierung der Pflegeversicherung umstellen soll. Wie hoch die Kosten künftig liegen, sagt der FDP-Politiker noch nicht. Zuvor sollen die im Dezember begonnenen „Pflegedialoge“ klären, wie die Pflege künftig aussehen soll. Weitere Gespräche sollen im März, April und Mai folgen. © dapd/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.04.17
Brüssel – Mit neuen Mindeststandards will die EU-Kommission die Rechte von Arbeitnehmern stärken. Vaterschaftsurlaub, die flexiblere Planung der Elternzeit sowie Sonderurlaub für erkrankte......
19.04.17
Arbeiterwohlfahrt warnt vor Armutsrisiko bei pflegenden Angehörigen
Leipzig – Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat das Armutsrisiko Hunderttausender pflegender Angehöriger kritisiert. Viele Betroffene reduzierten für die Pflege von Kranken und Alten ihre Arbeitszeit, sagte......
19.04.17
Pflegeberatung: Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige
Berlin – Das Beratungsangebot für Pflegebedürftige ist oft unübersichtlich. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat daher eine Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige mit den zehn......
03.04.17
Familienarbeitszeit: SPD plant Entlastung für pflegende Angehörige
Berlin – Union und SPD wollen mit Entlastungen für Familien – unter anderem bei der Pflege von Angehörigen – im Wahlkampf punkten. Nachdem in der großen Koalition dazu nichts mehr geht, prescht......
27.01.17
Bonn – Das Universitätsklinikum Bonn bietet im Rahmen des Projekts „Familiale Pflege“ neben seinen bisherigen Pflegekursen nun auch Schulungen für die Betreuung demenzkranker Angehöriger an.......
24.01.17
Fünf Prozent der 12- bis 17-Jährigen pflegen Angehörige
Berlin/München – Auf die Rolle pflegender Kinder und Jugendlicher haben das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) hingewiesen.......
23.12.16
Düsseldorf – Ist ein Angehöriger an Alzheimer erkrankt, stellt das die Familienmitglieder an den Weihnachtstagen vor besondere Herausforderungen. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI)......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige