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Medizin

Ballaststoffe verlängern das Leben

Dienstag, 15. Februar 2011

Rockville – Menschen, die sich ballaststoffreich ernähren, dürfen auf ein längeres Leben hoffen. Nach den Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Archives of Internal Medicine (2010; doi: 10.1001/archinternmed.2011.18) senkt eine Vollkorndiät nicht nur die kardiovaskuläre Sterblichkeit. Auch Todesfälle an respiratorischen und infektiösen Erkrankungen waren vermindert. Bei Männern wurde auch eine niedrigere Krebssterblichkeit gefunden.

Die Gruppe um Yikyung Park vom US-National Cancer Institute in Rockville/Maryland nennt acht Gründe, warum eine ballaststoffreiche Kost gesund ist. Sie wirkt erstens der Darmträgheit entgegen, da die Masse des Stuhlgangs steigt und die Transitzeit im Darm verkürzt wird.

Zweitens fördert sie die Ausscheidung von Gallensäuren, Östrogenen sowie etlicher Prokarzinogene und Karzinogene, die an die Ballaststoffe gebunden werden. Drittens senkt eine ballaststoffreiche Kost den Cholesterinwert.

Sie vermindert viertens die Glukoseabsorption im Darm und verbessert die Insulin-Sensitivität. Fünftens senkt sie den Blutdruck, sechstens hilft sie bei der Regulierung des Körpergewichts. Schließlich inhibieren Ballaststoffe siebtens die Lipidperoxidation und achtens hat eine ballaststoffreiche Kost anti-entzündliche Eigenschaften. Das alles ist experimentell nachweisbar. Doch ob sich darauf Vorteile bei der Vermeidung von chronischen Erkrankungen ergeben, ist umstritten.

Die Ergebnisse der prospektiven Beobachtungsstudien waren uneinheitlich: Die Scottish Heart Health (11.629 Teilnehmer) fand günstige Auswirkungen auf die Sterblichkeit nur für Männer, aber nicht für Frauen.

Die Zutphen Studie aus den Niederlanden (1373 Männer) kam ebenfalls auf eine günstige Wirkung, ebenso eine Studie aus Israel. Nach der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey I Epidemiologic Follow-up Study (9776 Teilnehmer) dagegen hat die ballaststoffreiche Ernährung keinen Einfluss auf die Sterblichkeit.

Jetzt wird der Reigen der prospektiven Beobachtungsstudien um die National Institutes of Health-AARP Diet and Health Study erweitert. Mit 219.123 Männern und 168.999 Frauen ist sie mit Abstand die größte Untersuchung. Und mit 20.126 Todesfällen bei den Männern und 11.330 bei den Frauen nach einer mittleren Beobachtungszeit von 9 Jahren sind erste zuverlässige Trends erkennbar.

Sie weisen auf eine gewisse protektive Wirkung hin. Das Quintel der Männer mit dem größten Verzehr an Ballaststoffen (29,4 Gramm am Tag bei den Männern und 25,8 Gramm am Tag bei den Frauen) hatten eine um 22 Prozent verminderte Sterblichkeit. Das relative Risiko von 0,78 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,73-0,82 für Männer und 0,73-0,85 für Frauen signifikant.
Aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen waren auch Auswertungen zu den einzelnen Todesarten möglich: Sie zeigen eine robuste Reduktion der Todesfälle an kardiovaskulären, infektiösen und respiratorischen Erkrankungen um 24 bis 56 Prozent bei den Männern und um 34 bis 59 Prozent bei den Frauen.

Bei prospektiven Beobachtungsstudien ist es immer möglich, dass andere Faktoren eines gesunden Lebensstils und nicht die Kost für die Wirkungen verantwortlich sind. Tatsächlich waren die Männer und Frauen mit der höchsten Zufuhr an Ballaststoffen häufiger körperlich aktiv, sie rauchten deutlich seltener, tranken weniger Alkohol und aßen weniger rotes Fleisch.

Doch diese Faktoren haben Park und Mitarbeiter bei ihren Berechnungen bereits berücksichtigt, sodass eine gesunde Ernährung tatsächlich günstige Voraussetzungen für ein langes Leben schaffen könnte. Eine Plausibilität ist allerdings nicht immer gegeben: Es dürfte schwer zu erklären sein, warum Vollkornprodukte ausgerechnet vor Atemwegserkrankungen schützen.

Interessanterweise war die protektive Wirkung weitgehend auf Ballaststoffe aus Getreideprodukten beschränkt. Für Obst und Gemüse und auch für Bohnen war sie gering und weitgehend auf eine niedrige Rate von Todesfällen durch Infektionen und Atemwegserkrankungen beschränkt. © rme/aerzteblatt.de

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sirach
am Sonntag, 20. Februar 2011, 12:51

Ballaststoffe verlängern das leben

"Eine Plausibilität ist allerdings nicht immer gegeben: Es dürfte schwer zu erklären sein, warum Vollkornprodukte ausgerechnet vor Atemwegserkrankungen schützen."

Atemwegserkrankungen beugen wir sehr effektiv mit unseren Immunantikörpern vor, die zu 80 % von der großen Darmflora im Krummdarm und zu 20 % von der Milz erzeugt werden. Die Antikörper lagen sich in alle Schleimhäute des Körpers ein und stellen nach außen einen effektiven Schutz gegen Viren, Bakterien und Pilze dar. Die sist ein Schutzschirm, der dem parallel gegebenen Schutzschirm durch Vitamin D3 ähnelt.

Ich habe, seitich mich um meine Darmfora kümmere, nunmehr seit 8 Jahren nicht einen einzigen Schnupfen mehr bekommen und auch keinen Asbruch des residenten herpes zoster!

Es lohnt, darüber nachzudenken, wie die Trillionen von Dünndarmbakterien
richtig versorgt werden. Tut man das, stößt man wie ich schnell auf den Wert roher Getreideprodukte. Es hilft aber nicht, Mehle von rohen Produkten
zu backen oder sie unverbacken zusammen mit anderen Speisen zu verzehren. Denn in solcher Nahrung sind sie Teil des Chymus, der dem vollen magenprogramm unterliegt (s. meinen Beitrag in der CO'Med 1+2/2011 über "Das verheerende Regime des Magens"). Solche Nahrung kommt nur in kleinen Portionen in Abständen von 3 Minuten ins Duodenum und wird bereits dort fast vollständig verstoffwechselt. Weiter unten im Dünndarm, wo de große Masse der Bakterien wohnt, kommen keine Proteine an! Um die Darmflora zu erreichen ist es unerlässlich, in Flüssigkeiten dsipergierte proteinreiche fein gemahlene Pflanzenkost auf leeren Magen zu konsumieren. Obstsäfte durchfluten auch den ganzen Darm, sie haben aber kaum Proteine. Da sind Getreideprodukte oder Produkte aus getriedeähnlichen Samen wie Amaranth und Quinoa die erste
Wahl - ual sie noch glutenfrei sind!



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