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30 Prozent gehen nicht regelmäßig zum Zahnarzt

Dienstag, 5. April 2011

Berlin – Viele Menschen machen einen Bogen um den Zahnarzt: Jeder Dritte besucht innerhalb eines Jahres überhaupt keinen Zahn­mediziner. Dies ergab der heute in Berlin vorgestellte Zahnreport 2011 der Kranken­kasse Barmer GEK. Der jährliche Praxis­besuch sollte eigentlich selbstverständlich sein, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker.

Ungesunde Zähne seien gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund oder in sozial schwachen Verhältnissen häufig.

Der Untersuchung zufolge besuchen die Deutschen im Schnitt zwei Mal pro Jahr eine Zahnarztpraxis. Demgegenüber stehen sieben Behandlungen beim Allgemeinmediziner. Etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung nimmt mindestens einmal pro Jahr eine Vorsorgebehandlung in Anspruch, wie die Studie weiter ergab. Im internationalen Vergleich liege Deutschland damit im Mittelfeld.

Bei den Fünf- bis Fünfzehnjährigen haben noch 80 Prozent mindestens einen Zahnarztkontakt pro Jahr. Gerade bei Männern fällt die Kurve daraufhin stark ab, wie die Untersuchung ergab. Männer zwischen 20 und 25 Jahren gehen besonders ungern zum Zahnarzt. Auch insgesamt werden Frauenzähne häufiger behandelt. 72 Prozent der Frauen gehen einmal im Jahr zum Zahnarzt, bei den Männern nur 65,5 Prozent der Männer.

Ausbau der Gruppenprophylaxe in Schulen gefordert
Zudem werden im Osten zahnärztliche Behandlungen öfter in Anspruch genommen als im Westen Deutschlands, ergab die Studie. Ursache könnten die höhere Praxisdichte und ein höheres Bewusstsein für Zahngesundheit sein.

Aber auch ein niedrigerer Ausländeranteil in den neuen Bundesländern spiele eine Rolle, meinte Thomas Schäfer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung, der die Untersuchung erstellte.
 

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Schäfer verwies auf eine Studie des Robert-Koch-Instituts, der zufolge Kinder mit Migrationshintergrund häufiger Probleme mit Mundhygiene und Zahnpflege vorwiesen. Schlenker forderte in diesem Zusammenhang einen Ausbau der Vorsorge durch Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen auf. Dies würde zu einem stärkeren Bewusstsein für Zahngesundheit beitragen - gerade auch bei Kindern, „deren Eltern nicht so für sie sorgen können, wie es wünschenswert wäre“.

Dem Zahnreport liegen Daten von mehr als acht Millionen Versicherten der ehemaligen gesetzlichen Krankenkassen Barmer und GEK aus dem Jahre 2009 zugrunde. Zum 1. Januar 2010 schlossen sich die Barmer und GEK zur größten gesetzlichen Krankenkasse zusammen.dapd

© dapd/aerzteblatt.de

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