NewsVermischtesDipyridamol plus ASS bei Schlaganfall bietet laut IQWiG keine Vorteile
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Dipyridamol plus ASS bei Schlaganfall bietet laut IQWiG keine Vorteile

Dienstag, 12. April 2011

Köln – Nach einem Schlaganfall ist die Kombination der beiden gerinnungshemmenden Wirkstoffe Dipyridamol und Acetylsalicylsäure (ASS) einer alleinigen Gabe von ASS oder Clopidogrel nicht überlegen.

Im Gegenteil gebe es Belege für einen höheren Schaden, insbesondere schwere Blutungen träten unter Dipyridamol plus ASS häufiger auf. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht zum Thema.
 

Bei Patienten, die einen Schlaganfall überlebt haben, treten häufig weitere Schlaganfälle auf. Zudem haben sie ein hohes Risiko für andere Herz-Kreislauf-Komplikationen. Deshalb spielt die Sekundärprävention eine wichtige Rolle.
 

Den Nutzen von Clopidogrel im Vergleich mit ASS in der Sekundärprävention bei Patienten mit Herz- und/oder Gefäßerkrankungen hatte das IQWiG bereits in einem früheren Bericht bewertet. Demnach gibt es keine Belege, dass Clopidogrel gegenüber ASS nach einem Schlaganfall einen Vorteil bietet.

Dipyridamol ist ein seit Jahrzehnten bekanntes Arzneimittel. Es ist für die Sekundärprävention nach ischämischem Schlaganfall in Deutschland nur in der Kombination mit ASS zugelassen. Das von der Firma Boehringer Ingelheim entwickelte und seit 2002 unter dem Handelsnamen Aggrenox ® vertriebene Präparat wird in mehreren Leitlinien für die Behandlung des ischämischen Schlaganfalls empfohlen.

In die Nutzenbewertung einbeziehen konnten die IQWiG-Wissenschaftler insgesamt sechs randomisierte kontrollierte Studien. Bei drei Studien handelte es sich um Kurzzeitstudien mit einer Dauer von 7 bis 30 Tagen, die übrigen liefen zwischen 1 und 4,5 Jahren.

In einigen Studien wurden ASS und Dipyridamol gegen Placebo getestet, in anderen auch mit Einzelwirkstoffen (ASS oder Clopidogrel) verglichen. Eine Studie war bisher nicht publiziert. Boehringer Ingelheim, der Sponsor dieser Studie, lieferte dem IQWiG jedoch alle angeforderten Daten sowie Zusatzinformationen zu bereits publizierten Studien.

Im Vergleich mit den Einzelwirkstoffen ASS oder Clopidogrel schneidet Dipyridamol plus ASS laut IQWiG nicht besser ab. Weder reduziert die Kombinationsbehandlung effektiver als ASS oder Clopidogrel die Sterblichkeit, noch verhindert sie wirkungsvoller weitere Schlaganfälle oder andere gefäßbedingte Akut-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt.

Auch bei keinem anderen der untersuchten und für Patienten bedeutungsvollen Aspekte der Therapie zeigte sich Dipyridamol plus ASS überlegen.

© hil/aerzteblatt.de

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