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Dänen kommen zur Zahnbehandlung nach Schleswig-Holstein

Dienstag, 3. Mai 2011

Bad Segeberg – Von einem Patiententourismus der anderen Art berichtet die Landeszahnärztekammer Schleswig-Holstein. Grundlage ist eine Umfrage bei den Zahnärzten im Grenzbereich zu Dänemark mit dem Ziel, Daten über die Patientenwanderungen an der deutsch-dänischen Grenze zu erhalten.

Fast zwei Drittel der 168 befragten Praxen nahmen an der Umfrage teil. Sie zeigte, dass für weit mehr als die Hälfte der Praxen dänische Patienten wichtig sind. Ein weiteres Drittel behandelt laut Kammer gelegentlich Patienten aus dem benachbarten Ausland. Nur für rund sieben Prozent der Praxen haben Patienten aus Dänemark keine Bedeutung.

Fast 90 Prozent der Zahnärzte in den nördlichen Landesteilen sind sich sicher, dass die preisgünstigere Behandlung in Deutschland die entscheidende Motivation der dänischen Patienten ist, eine deutsche Zahnarzt-Praxis aufzusuchen. Nur zehn Prozent der Befragten waren der Meinung, dass dabei der Kostenvorteil in Deutschland keine Rolle spielt.

Viele Praxisinhaber sind davon überzeugt, dass in Deutschland die Wartezeiten kürzer und die Versorgung hochwertiger ist. Eine Konzentration auf besondere Behandlungsschwerpunkte ergab sich aus der Umfrage nicht.

Die Vorteile für dänische Patienten bei einer Behandlung in Deutschland sind offenbar so groß, dass auch Sprachbarrieren keine Rolle spielen, denn 40 Prozent der befragten Zahnärzte erklärten, dass weder sie selbst noch eine Mitarbeiterin in der Praxis die dänische Sprache beherrschten. In weiteren 20 Prozent der befragten Praxen sind lediglich rudimentäre Dänischkenntnisse vorhanden.

Für den Patienten-Zustrom bedarf es offensichtlich keiner besonderen Werbemaßnahmen: Lediglich 15 Praxen gaben an, gezielt in Dänemark um Patienten zu werben. 72 Prozent der Praxen werben nicht in Dänemark und 83 Prozent vermuten, dass die Patienten auf Empfehlung kommen.

„Auch in der privaten Zahnheilkunde ist Deutschland offenbar ein Billiglohnland. Das gilt hier im Norden genauso wie beispielsweise im Süden zu Schweiz und Österreich“, sagte Ulrich Rubehn, Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Deshalb sei bei aller Freude über die hohe Akzeptanz der deutschen Zahnheilkunde die Quintessenz der Umfrage bitter. © hil/aerzteblatt.de

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