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Professur für Arzneimittel­sicherheit in Hannover

Donnerstag, 5. Mai 2011

Hannover – Eine Professur für Arzneimittelsicherheit hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eingerichtet. Hintergrund sei, dass fünf Prozent aller Patienten in Deutschland wegen unerwünschter Wirkungen von Arzneimitteln (UAW) ins Krankenhaus aufgenommen würden.

Bei älteren Menschen liege die Rate sogar noch höher. Aber auch während einer stationären Behandlung könne es zu unbeabsichtigten Folgen von Medikamenteneinnahmen kommen. Das wiederum führe häufig zu zusätzlichen Komplikationen, längeren Liegezeiten und auch Todesfällen. „Die Hälfte aller UAW sind vermeidbar“, sagte der neue W2-Professor Dirk Stichtenoth.

Zur Erhöhung der Patientensicherheit habe die MHH Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen ergriffen. Das Thema Arzneimittelsicherheit sei nicht nur fester Bestandteil des Studiums der Human- und der Zahnmedizin an der MHH, in der Hochschule gebe es auch verschiedene Beratungs- und Informationssysteme für Ärzte und Pflegekräfte.

Im Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAS) bündle sich die gesamte arzneimitteltherapeutische Expertise der Hochschule. Dazu gehören das Institut für Klinische Pharmakologie, die Zentralapotheke, das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, das Institut für Transfusionsmedizin, das Institut für Klinische Chemie, die Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie und der Arzneimittelbeirat der MHH.

„Ärzte der MHH und deren Lehrkrankenhäuser können jederzeit Fragen an das ZAS stellen, sie werden schnell von dem Experten beantwortet, der sich am besten mit der Problematik auskennt“, hieß es aus der MHH.

Darüber hinaus stelle das ZAS Medizinern und Pflegekräften der MHH die Informationsdatenbank AID-Klinik® zur Verfügung. „Hier können sie selbstständig Informationen über Medikamente abrufen, beispielsweise über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, Darreichungsformen oder die richtige Dosis bei bestimmten Krankheiten“, erläuterte Stichtenoth. Die Datenbank werde 17.000 Mal pro Monat aufgerufen.
 

Ein weiteres Angebot ist das Arzneimitteltherapieinformationssystem ATIS. Dieser Beratungsdienst betreut niedergelassene Ärzte in Niedersachsen unentgeltlich. Möglich mache das eine Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

„Die Ärzte stellen ihre Anfrage per Internet und wir bearbeiten sie. Manchmal dauert es nur zehn Minuten bis wir die schriftliche Antwort rausschicken, bei komplizierten Fragestellungen sind aber auch zwei oder drei Stunden für die Recherche nötig“, erklärte Stichtenoth.

Mit jeder Anfrage seien zwei Experten befasst, in der Regel ein Oberarzt und ein Assistenzarzt. 300 bis 400 Mal pro Jahr bäten niedergelassene Ärzte die Fachleute von ATIS um Unterstützung. © hil/aerzteblatt.de

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