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Politik

Bis zu 30.000 Tote pro Jahr durch Kranken­haus­infektionen

Montag, 9. Mai 2011

Berlin – In Deutschland sterben nach Angaben von Hygiene­experten bis zu 30.000 Patien­ten pro Jahr an Kranken­haus­infektionen – doppelt so viele wie bisher angenommen. Das geht aus einer gemein­samen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kranken­haushygiene, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin sowie des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesund­heitsdienstes für den Gesund­heitsausschuss des Bundes­tages hervor. Die Experten die bisherigen Schätzungen der Krankenhaus-Infektionen mit resistenten Erregern für geschönt.

Die bisherigen Angaben beruhten auf einer Studie aus den 90er Jahren, heißt es in der Stellungnahme für die Anhörung im Gesundheitsausschuss zum geplanten Gesetz zur Verbesserung der Krankenhaushygiene an diesem Montag. Die bisherige Größenordnung der Infektionen und Todesfälle sei „als extrem niedrig einzustufen“ und müsse wegen der größeren Anzahl von Patienten und in der Studie nicht erfasster Infektionsfälle „sicher nach oben korrigiert werden“.

Statt der bisher angenommenen 400.000 bis 600.000 Infektionsfälle müssen von „einer Mindestzahl von 700.000“ Infektionen ausgegangen werden. Auch die Zahl der geschätzten Todesfälle von 7.500 bis 15.000 durch sogenannte nosokomiale Infektionen müsse „nach oben korrigiert“ werden. Stattdessen sei „mit bis zu 30.000 Todesfällen pro Jahr“ zu rechnen.

Nach Ansicht von Verbraucherschützern greift der Gesetzentwurf zu kurz. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte am Montag anlässlich der Anhörung im Bundestag einheitliche Vorgaben, wie Krankenhäuser behandlungsbedingte Infektionen erfassen und was sie zur Reduzierung des Problems tun müssen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) müsse „einen Flickenteppich aus Länderregelungen verhindern“. Nach Schätzung des vzbv wäre bei strikter Hygiene etwa die Hälfte der Infektionen vermeidbar.

 

 

  © dapd/afp/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Dienstag, 10. Mai 2011, 12:17

den Kardinalfehler sieht man bereits im Bild zum Text ...

... es ist doch keineswegs so, daß die Krankheitserreger wie eine Invasionsarmee die Krankenhäuser überfallen, vielmehr tragen wir die Erreger alle auf unseren Häuten und Schleimhäuten mit uns. Erst die schon beinahe phobisch anmutende Krankenhaushygiene macht aus diesen Lebewesen resistente Keime - resistent wogegen? doch nicht gegen Menschen, sondern gegen von Menschen gemachte Antibiotika.
Jede Waschung der Hände vernichtet die schützende Keimflora. Es ist doch plausibel,daß sich in diesem Keimvakuum irgendwann auch resistente Keime ansiedeln- Keime, die per se keineswegs krank machen. Dem Chirurgen werden sie wenig schaden. Resistente Keime unterscheiuden sich von Nützlingen nur durch ihre Resistenz gegen Antibiotika.
Diesen Wettlauf können wir nicht gewinnen.
Also müssen wir umdenken und lernen,mit normalen Keimen zu leben.
Hab ich Unrecht?
promisit
am Dienstag, 10. Mai 2011, 08:13

Was soll das ?

Es ist schon lange bekannt, dass jährlich rund 17 Millionen Menschen in der BRD stationär in Kliniken versorgt werden, von denen 5-7 % (NIDEP) eine Krankenhausinfektion erfahren. Dies sind 850.000 - 1.190.000 infizierte Patienten jährlich. Davon werden 2-3 %, dies sind 17000 - 35000 sterben und dies jedes Jahr. Wieso hört man/frau nicht endlich auf, damit politisch herum zu kokettieren und Lobbyarbeit zu betreiben. Hier müssen klare länder-übergreifende bundeseinheitliche gesetzliche Regelungen geschaffen werden.
Politisch um dieses Thema zu eiern ist vorsätzliche Körperverletzung. Wie war das doch mit dem BGB § 223 ?

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