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Ärzteschaft

KV-Safenet: Zu wenige Anwendungen enthalten

Donnerstag, 12. Mai 2011

Berlin – Das KV-Safenet bietet zwar eine sichere Internetanbindung für Arztpraxen, da aber bislang lediglich die Online-Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) flächendeckend verfügbar ist, bietet sie für die Ärzte zu wenig, um sich durchzusetzen.

Zu diesem Ergebnis kamen Thomas Kriedel, Vorstand der KV Westfalen-Lippe, und Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, in der Diskussionsrunde "Praxis geht online – Datenschutz ade?" im Vorfeld des Tages der Niedergelassenen am Mittwoch.

„Wir brauchen Anwendungen, die auch einen Nutzen für den Arzt im Praxisalltag haben“, betonte Heinrich. Bisher könne man dort nur Formulare runterladen und seine Abrechnung verschicken. „Das ist zu wenig, auch wenn die Kosten nur noch bei zehn Euro pro Monat liegen", so der NAV-Vorsitzende.

„Die Infrastruktur des KV-Safenet ist auch viel zu schade, um sie nur einmal im Monat für das Versenden der Abrechnung zu nutzen“, stimmte Kriedel zu. Die KV Westfalen Lippe hat deshalb schon weitere Anwendungen eingebunden, beispielsweise eine Datenbank mit Arzneimittelinformationen sowie ein Benchmarking, mit dem ein Niedergelassener seine Praxis mit anderen vergelichen kann.

Das gebe es aber noch lange nicht bei allen KVen. Kriedel kündigte aber an, dass demnächst ein E-Mail-Dienst über das KV-Safenet implementiert wird. „Damit können Ärzte dann bei höchster Datensicherheit auch Arztbriefe elektronisch verschicken, was eine merkliche Erleichterung im Praxisalltag sein sollte.“

Solche Dienste würden aber nur genutzt, wenn sie sich nahtlos in die Praxissoftware (PVS) integrieren würden, erklärte Heinrich. „Wenn ich aus der Patientenverwaltung in ein extra Programm wechseln muss, um die Nebenwirkung der verschriebenen Medikamente nachschlagen zu können, dann hat das wenig Sinn.“

Zurzeit würden Schnittstellen erarbeitet, um die Einbindung in PVS zu erleichtern, sagte Kriedel. Darüber hinaus wolle man auch die Kommunikation mit den Verwaltungssystemen der Krankenhäuser ermöglichen, sodass Ärzte irgendwann auch verfolgen können, wie die stationäre Behandlung ihrer Patienten verläuft.

Heinrich wies darauf hin, dass viele Niedergelassen auch noch Bedenken wegen des Datenschutzes haben, und deshalb ihre Praxisrechner nicht ans Netz anbinden wollen. „Ärzte sind sehr kritisch im Umgang mit IT. Die meisten sind in ihrer Praxis immer noch sehr viel schlechter angebunden, als zu Hause“, erläuterte er.

Grund sei häufig die Angst vor Datenlecks und den Schaden, der dadurch der eigenen Praxis entstehen könne. Um das zu überwinden „muss es sichere Anwendungen geben wie das KV-Safenet und dann müssen die Ärzte nach und nach rangeführt werden.“

Doch nicht nur die Angst vor Datendiebstahl hält die Mediziner davon ab online zu gehen. „Viele fürchten auch, dass mit den übermittelten Daten von denen missbraucht werden, die rechtmäßigen Zugriff darauf haben“, erklärte Kriedel.

"Es wird befürchtet, dass die KVen oder die Politik die Daten auswerten und zum Nachteil der Ärzte verwenden könnten." Der KV-Vorstand stellte aber klar, dass übermittelte Praxisdaten nur für die im Gesetz vorgegebenen Aufgaben der KVen verarbeitet werden dürften, und dies auch streng kontrolliert würde. Heinrich ergänzte, dass hier aber durchaus noch mehr getan werden könnte, um das Vertrauen der Ärzte zu gewinnen, zum Beispiel durch unabhängige Datenschutzbeauftragte in den KVen. © mei/aerzteblatt.de

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