NewsMedizinLeichtes Übergewicht verbessert Überleben bei ALS Patienten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Leichtes Übergewicht verbessert Überleben bei ALS Patienten

Mittwoch, 18. Mai 2011

Massachusetts – Personen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und leichtem Übergewicht leben länger als Betroffene mit Normal-, Unter- oder starkem Übergewicht. Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Anne-Marie Wills von dem Massachusetts General Hospital in einer retrospektiven Studie mit 400 Patienten. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Muscle & Nerve (DOI: 10.1002/mus.22114).

ALS ist eine progressive neurodegenerative Krankheit, die Motorneurone im Gehirn- und Rückenmark betrifft. Das Zugrundegehen der Nervenzellen stoppt die Übertragung von Aktionspotenzialen zu Muskelfasern. Schwäche, Lähmung und der Tod durch eine zunehmende Atemlähmung sind die Folge. Während ihrer Erkrankung verlieren die Betroffenen häufig Gewicht, als Zeichen des Muskelschwundes.
 

Bislang war bekannt, dass Untergewicht die Lebenszeit von Personen mit ALS verkürzt, wohingegen Tiermodelle zeigten, dass eine Gewichtszunahme die Lebenszeit verlängert. Ursprünglich wollten die Wissenschaftler die Einflüsse von Cholesterinkonzentrationen auf das Überleben untersuchen. Dabei entdeckten sie, dass Personen mit ALS und einem BMI von 30 bis 35 am längsten lebten.

Die Wissenschaftler analysierten retrospektiv die Daten von mehr als 400 Personen mit ALS. Sie beurteilten dabei initiale Bluttests und die Ergebnisse weiterer Blutuntersuchungen im Verlauf der Studien.

Außerdem analysierten sie die Daten in Bezug auf den Zeitpunkt, an dem die Studienteilnehmer erstmalig beatmet werden mussten und ihren Todeszeitpunkt. Insgesamt waren die Daten der Studienteilnehmer zwischen ein und zwei Jahren im Anschluss an diese Untersuchungen verfügbar.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass höhere Konzentrationen von Cholesterin mit einer erhöhten Überlebensrate einhergingen. Außerdem zeigte sich, dass unterernährte und stark untergewichtige Personen, genauso wie stark übergewichtige Personen signifikant früher starben, als Personen mit leichtem Übergewicht.

Die Ergebnisse der retrospektiven Studie müssten zwar weitergehend untersucht werden, die Forscher vermuten aber, dass die Energiereserven den ALS-Patienten mit leichtem Übergewicht zu einem längeren Leben verhelfen.

Anzeige

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. März 2019
Mailand – In Italien sind über 4 Jahrzehnte 33 Profifußballer an einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS) erkrankt. Die seltene Erkrankung, die durch den Untergang von Motoneuronen in Gehirn und
Profifußballspieler erkranken in Studien häufiger und früher an ALS
4. März 2019
Mailand – Muskelspastik ist ein mögliches Begleitsymptom einer Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Ein Cannabispräparat könnte eine Therapieoption sein. Das berichten Mailänder Wissenschaftler in der
Cannabinoide mögliche Therapieoption bei ALS-induzierter Spastik
23. Oktober 2018
Ulm/Mailand – Ein neuer Bluttest soll die Diagnose der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) vereinfachen und gleichzeitig eine Prognoseabschätzung des Krankheitsverlaufs ermöglichen. Das berichten
Neuer Bluttest zur Diagnostik und Prognoseabschätzung von ALS
16. März 2018
Berlin – Patienten mit einer Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) sind in besonderer Weise auf eine Versorgungskoordination und auf komplexe technische Hilfsmittel angewiesen. Darauf hat die Initiative
ALS-Initiative ermöglicht Betroffenen Zugang zu komplexen technischen Hilfsmitteln
14. März 2018
Würzburg – Bei neurodegenerativen Krankheiten wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) oder der Spinalen Muskelatrophie sind wichtige Transportprozesse in den Nervenzellen gestört. Das berichtet eine
Bei ALS sind wichtige Transportprozesse in Nervenzellen gestört
1. Februar 2018
Dresden – Einen neuen Krankheitsmechanismus bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) haben Wissenschaftler um Andreas Hermann aus dem Bereich neurodegenerative Erkrankungen der Klinik für Neurologie
Wissenschaftler beschreiben neuen Krankheitsmechanismus bei ALS
24. Januar 2018
Ulm/ Umea – Mutationen, die die familiäre Form der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auslösen können, haben Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Umea entdeckt. Die in der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER